Einzelhandel

Schuhhaus Heinmüller in Oberbeisheim - Sonntagsöffnungen ausgesetzt

Will wieder an Sonntagen öffnen dürfen: Markus Wilke, Inhaber des Schuhhauses Heinmüller fordert generelle Sonntagsöffnungszeiten für Geschäfte. Mit im Bild Kathrin Wetzel und Ulrike Gottwald.
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Will wieder an Sonntagen öffnen dürfen: Markus Wilke, Inhaber des Schuhhauses Heinmüller fordert generelle Sonntagsöffnungszeiten für Geschäfte. Mit im Bild Kathrin Wetzel und Ulrike Gottwald.

Marcus Wilke darf am Sonntag seine beiden Geschäfte des Schuhhauses Heinmüller in Oberbeisheim und in Guxhagen nicht öffnen wie geplant.

Der Grund weshalb Marcus Wilke seine Geschäfte des Schuhhauses Heinmüller in Oberbeisheim und in Guxhagen nicht öffnen darf wie geplant: Die Sonderregelung zu Sonntagsöffnungen in der Coronazeit wurden wieder ausgesetzt.

Für seinen Betrieb seien sie jedoch eine gute Möglichkeit gewesen, einen Teil der ausgefallenen Umsätze während der Ladenschließungen im März und April zu kompensieren. Auch in der Frankenberger Filiale hatte er einige Sonntage geöffnet. Wilke fordert nun generelle Sonntagsöffnungen für Geschäfte.

Die Kunden seien nach dem Lockdown zurückhaltend gewesen, der Verkauf lief schleppend an, erzählt Wilke. Die Sonntagsöffnungen hätten dazu beigetragen, das Eis zu brechen, Kunden hätten wieder mehr Vertrauen gefasst. Im Hauptsitz des Unternehmens in Oberbeisheim habe er bisher an sechs Sonntagen geöffnet – alle waren nach Wilkes Angaben gut besucht.

Die beiden weiteren geplanten fallen aus. Darüber ist Wilke enttäuscht. Für den Geschäftsmann bedeutet das: Voraussichtlich darf er in diesem Jahr sonntags überhaupt nicht mehr öffnen.

Heinmüller: Keine verkaufsoffenen Sonntage wegen Veranstaltungsverbot

Unter normalen Bedingungen darf der Einzelhandelskaufmann seine Geschäfte an vier Sonntagen im Jahr öffnen – allerdings nur im Zusammenhang mit einem Marktgeschehen. In Knüllwald gibt es etwa Frühlings- und Herbstmarkt, der gemeinsam mit Blumen-Garten Falk ausgerichtet wird. Solche verkaufsoffenen Sonntage werden wegen des geltenden Veranstaltungsverbotes aber nicht stattfinden. Ein großes Ärgernis für Wilke.

Sieben Tage in der Woche einkaufen – online sei das möglich. „Das ist ungerecht“, sagt der 53-Jährige. Ihm wäre es am liebsten, die Sonntagsöffnungen blieben den Unternehmen selbst überlassen. Auch seine Mitarbeiter hätten in der Regel kein Problem damit. Sie seien froh, dass sie ihre Arbeit behalten könnten. Bei seinen Mitarbeitern gebe es immer solche, die gerne an Sonntagen arbeiteten, so Wilke. In der Gastronomie oder in Krankenhäusern sei das kein Problem.

Heinmüller: Wilke beschäftigt 80 Mitarbeiter

Für Einzelhandelskauffrau Kathrin Wetzel aus Ludwigsau ist es ebenfalls keines. Die 34-Jährige ist seit 18 Jahren im Schuhhaus beschäftigt. Auch Ulrike Gottwald aus Wichte mache die Sonntagsarbeit nichts aus, wie sie sagt. Die 53-Jährige arbeitet seit 28 Jahren Vollzeit in Oberbeisheim.

Wilke beschäftigt 80 Mitarbeiter. Neben dem Stammsitz in Niederbeisheim hat er Niederlassungen in Frankenberg, Bad Arolsen, Guxhagen und Göttingen. „Es wurde bisher kein Mitarbeiter wegen Corona entlassen“, sagt er.

Zu Beginn der Krise hätten sie Resturlaub genommen und seien in die Kurzarbeit gewechselt. Sie hätten Waren angenommen und die Sommer- und Winterware sortiert. Die Kurzarbeit habe dem Geschäft geholfen, sagt er. Im April verzeichnete Wilke wegen der Geschäftsschließung – umgerechnet auf den Jahresumsatz – einen Rückgang von 45 Prozent.

26 Werktage und zwei verkaufsoffene Sonntage seien in diese Zeit gefallen. Jetzt liege die Vergleichszahl wieder bei umgerechnet 28 Prozent. Bis zum Jahresende rechnet der Geschäftsmann mit insgesamt zwölf bis 18 Prozent weniger Umsatz als die Jahre zuvor. „Wir sind aber mit der Entwicklung zufrieden“, sagt er. Es laufe besser als befürchtet. Er kenne andere Kollegen aus der Branche, die kurz vor der Schließung stünden.

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