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Steffi Sechtling aus Remsfeld feiert den 18. Jahrestag ihrer Nierentransplantation

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Von: Claudia Brandau

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Hat seit 18 Jahren eine neue Niere: Steffi Sechtling aus Remsfeld feiert ihr neues gesundes Leben. Und sie wirbt für die Bereitschaft, Organe zu spenden.
Hat seit 18 Jahren eine neue Niere: Steffi Sechtling aus Remsfeld feiert ihr neues gesundes Leben. Und sie wirbt für die Bereitschaft, Organe zu spenden. © Claudia Brandau

Steffi Sechtling ist dankbar: Sie lebt seit genau 18 Jahren mit einer neuen Niere. Ein unbekannter Spender hatte damals die Nierentransplantation ermöglicht, die der Remsfelderin ein zweites Leben schenkte.

Remsfeld – Steffi Sechtling ist dankbar: Sie lebt seit genau 18 Jahren mit einer neuen Niere. Ein unbekannter Spender hatte damals die Nierentransplantation ermöglicht, die der Remsfelderin ein zweites Leben schenkte.

Eines ohne ständige Dialysen, ohne Schmerzen und vor allem ohne Angst, ohne eine Spenderniere bald sterben zu müssen. Am Samstag, 30. Juli, jährt sich die Transplantation zum 18. Mal: „Das Organ wird sozusagen volljährig“, sagt die Remsfelderin und lacht laut.

Steffi Sechtling war von Kindheit an nierenkrank

Damals, in einer Zeit voller Not, war ihr keineswegs zum Lachen zumute. Von Kindheit an nierenkrank, führte sie ihr Weg durch ungezählte Kliniken, Therapien, Behandlungen, Dialysen. Sie erhält 1998 eine neue Niere, doch die wird nicht durchblutet. 2004 erfolgte der zweite Transplantationsversuch – und der rettete nicht nur ihr Leben, er krempelte es um. Aus der kranken Frau wurde ein Mensch, der heute vor Lebenslust nur so sprüht.

Die heute 48-Jährige hatte wegen ihrer Erkrankung nie einen Beruf erlernen können – jetzt arbeitet sie seit sieben Jahren als Inklusionsbegleiterin, betreut sozial und emotional gestörte Kinder im Unterricht. Steffi Sechtling liebt ihren Beruf, geht völlig darin auf. Und sie liebt ihr neues Leben, geht auch darin völlig auf. Sie reist viel und gern mit ihrem Mann Markus, hat vor vier Jahren überglücklich ihre Silberhochzeit gefeiert, vor drei Jahren die Hochzeit ihres Sohnes Marcel und dessen Frau Julia so sehr genossen: „Ich habe ja oft gar nicht daran geglaubt, das alles noch erleben zu dürfen.“

Nierentransplantation vor 18 Jahren schenkte Steffi Sechtling ein neues Leben

Da ist es ihr völlig gleich, dass sie seit der Transplantation unter einem Diabetes leidet. Dass sie lebenslang jede Menge Medikamente nehmen muss. „Alles völlig egal, Hauptsache, ich darf leben.“

Und genau das wünscht sie den vielen tausend anderen Menschen, die dringend und vielleicht sogar schon seit vielen Jahren auf eine Organspende warten.

Steffi Sechtlings Appell: Ein jeder kann helfen, Menschen vor Tod und Krankheit zu retten, ihr Leben deutlich zu verbessern. Jede Spende von Blut und Knochenmark ist wichtig, genau wie die Bereitschaft, Organe zu spenden. Noch immer hätten viel zu wenige einen Organspenderausweis oder gar schriftlich festgelegt, dass sie im Falle ihres Todes bereit seien, Organe zu spenden. „Es gibt so viele Möglichkeiten, anderen zu helfen,“, sagt Steffi Sechtling.

Neue Niere bedeutet neues Leben für Steffi Sechtling

Sie selbst ist dankbar für jede Hilfe, die sie erhalten hat. Am Samstag, 30. Juli, feiert sie ihr zweites Leben. Und ihre neue Niere, die ihr heute vor 18 Jahren eingesetzt wurde und munter vor sich hinarbeitet. Was sei beim Fest anziehen wird, steht längst fest: ein T-Shirt mit einer „Partyniere“ drauf. Der lustige nierenförmige Hütchenträger auf dem Shirt freut sich ganz offensichtlich, die Volljährigkeit des Organs – wenn es denn so etwas überhaupt geben sollte – feiern zu dürfen.

Steffi Sechtling tut es auf jeden Fall. Was Dankbarkeit bedeutet, muss man der 48-Jährigen wirklich nicht erklären. (Claudia Brandau)

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