Schutz gegen Brände aus Steckdosen

Team aus Rengshausen und Frielendorf für Hessischen Gründerpreis nominiert

Johannes Steube und Tobias Raab halten ein Tablet mit dem Logo ihres Start-Ups in die Höhe.
+
Gehören zum Team von Fisego: Johannes Steube aus Rengshausen kümmert sich um die Finanzen. Tobias Raab unterstützt das Start Up bei kaufmännischen Fragen.

In Deutschland brennt es jährlich 200 000 Mal, 6000 Menschen sterben. 54 Prozent der Brände werden durch Elektrizität verursacht, davon die Hälfte von Mehrfachsteckdosen. Ein neues Brandschutzsystem des Start-Ups Fisego soll genau das künftig verhindern.

Rengshausen - Die Jungunternehmer sind mit ihrem Projekt für den Hessischen Gründerpreis nominiert, der im November vergeben wird. Mit im Team sind drei Studenten aus dem Schwalm-Eder-Kreis. Johannes Steube aus Rengshausen kümmert sich um die Finanzen, Cornelius Höhle aus Rengshausen und Tobias Raab aus Frielendorf sind die kaufmännischen Berater.

„Das System erkennt Brände in elektrischen Geräten und ist in der Lage, sie zu löschen, bevor sie sich ausbreiten. Ohne dass jemand eingreifen muss“, sagt Steube. Im kommenden Jahr soll das erste Produkt von Fisego, eine brandsichere Mehrfachsteckdose, auf den Markt kommen. Derzeit befindet sie sich noch im technischen Prüfverfahren. Ein Prototyp existiert aber bereits.

Über die technischen Hintergründe des Systems wollen die Gründer noch nichts verraten. So viel sagen sie aber doch: Es sei in alle elektrischen Geräte integrierbar und schütze zu 99,9 Prozent vor Bränden. Die Alarmierung erfolgt über drei Warnstufen. Im Ernstfall wird ein visuelles und akustisches Signal gesendet, damit Nutzer rechzeitig eingreifen und das Gerät vom Stromnetz nehmen können. Anschließend schickt das System ein Signal ans Handy. Wird nicht reagiert, löscht das Gerät das Feuer automatisch mithilfe einer speziellen Funktion, erklären die Gründer.

Johannes Steube, Cornelius Höhle und Tobias Raab rechnen sich gute Chancen für den Preis aus. Der 22-jährige Johannes Steube absolviert ein Duales Wirtschaftsstudium bei B. Braun in Melsungen. Tobias Raab, ebenfalls 22, studiert Wirtschaftswissenschaften in Kassel, der 21-jährige Cornelius Höhle Wirtschaftsingenieurwesen.

Sie sind Teil des fünfköpfigen Teams, das seinen Sitz in Südhessen hat. Alle sind in der Feuerwehr organisiert und kennen das Problem mit Bränden in Mehrfachsteckdosen.

Die Köpfe des Gründerteams sind Sophia Reiter (22) und Fabian Goedet (25) aus Butzbach. Goedet war vor fünf Jahren bei einem Einsatz der Feuerwehr bei einem Kellerbrand von Freunden auf das Thema aufmerksam gemacht geworden. Eine defekte Waschmaschine in Kombination mit einer Mehrfachsteckdose hatte diesen ausgelöst. Dabei habe er neben dem schlimmen Brand auch erlebt, welche langfristen Folgen in Form von Ängsten und psychischen Problemen das Feuer auf die Bewohner hatte. Grund genug für den Bauingenieur-Studenten, sich fort an diesem Thema zu widmen.

Gemeinsam mit Sophia Reiter, die Elektrotechnik studiert hat und im Team für die Produktentwicklung zuständig ist, gründete er das Start-Up. Das Team hat ein Patent, das auch für ganz Europa gilt, bereits erworben. Für das Startkapital haben sie ein Existensgründungs-Stipendium beantragt.

Die Teilnahme am Hessischen Gründerpreis ist für die Gruppe ein wichtiger Meilenstein, eine Chance, ihr Produkt bei Sponsoren und Firmen bekannt zu machen. Beim Online-Voting hoffen sie auf Unterstützung. (Christine Thiery)

Hessischer Gründerpreis

Das Start-Up Fisego ist eines der drei besten Teams, die am 3. November in der Kategorie „Gründung aus der Hochschule“ in Frankfurt im Finale stehen. Die Ausscheidung findet in drei Schritten statt: Neben einem öffentlichen Online-Voting, das bereits am 20. Oktober startet, werden die Besucher der Messe ihr Urteil abgeben, zudem wird eine Fachjury das Produkt bewerten. Beim Online-Voting kann das Team ab dem 20. Oktober unterstützt werden: hessischer-gruenderpreis.de/hessischer-gruenderpreis/hgp21/finalisten-2021

fisego-brandschutztechnik.com

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.