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Überfall auf Tankstelle: Mutige Mitarbeiterin schreitet ein

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Von: Maja Yüce

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Eine Mitarbeiterin der Aral-Tankstelle im Knüllwald schlug am frühen Samstagmorgen (12.03.2022) durch ihr nervenstarkes Auftreten zwei Räuber in die Flucht.
Eine Mitarbeiterin der Aral-Tankstelle im Knüllwald schlug am frühen Samstagmorgen (12.03.2022) durch ihr nervenstarkes Auftreten zwei Räuber in die Flucht. © Christine Thiery

Zwei Männer haben mit einem Messer bewaffnete die Aral-Tankstelle im Knüllwald (Schwalm-Eder-Kreis) überfallen – doch eine Mitarbeiterin weigert sich.

Knüllwald – Zwei mit einem Klappmesser bewaffnete Männer haben am frühen Samstagmorgen (12.03.2022) versucht, die Aral-Tankstelle in Remsfeld zu überfallen. Allerdings scheiterten die Diebe am resoluten Auftreten einer nervenstarken Mitarbeiterin der Tankstelle.

Die beiden bislang unbekannten Täter kamen gegen 1.45 Uhr in die Tankstelle an der Hauptstraße. Sie trugen schwarze Skimasken mit Sehschlitzen über dem Kopf, blieben im Eingangsbereich stehen, wo sie von der Mitarbeiterin dann auch bemerkt wurden. Einer der beiden Männer hielt ein Klappmesser in der Hand. Beide Männer schrien dann die Mitarbeiterin an und forderten sie mit den Worten „Überfall“ und „Überfall, los jetzt“ zum Handeln auf.

Überfall auf Tankstelle im Knüllwald: Mitarbeiterin im Schwalm-Eder-Kreis wehrt sich

Allerdings hatten die Räuber wohl nicht mit dieser Reaktion der Mitarbeiterin gerechnet: „Nein“ entgegnete die Frau den Männern, teilt die Polizeidirektion Schwalm-Eder mit. Diese Antwort sei schon ungewöhnlich, habe aber in diesem Fall funktioniert.

Denn offenbar waren die Täter so überrascht von dieser Absage an ihre Forderung, dass sie ohne Beute aus der Tankstelle flüchteten.

In diesem Fall habe die Reaktion der Mitarbeiterin Wirkung gezeigt, sagt Markus Brettschneider, Pressesprecher der Polizeidirektion Schwalm-Eder. Allerdings rate die Polizei bei Raubüberfällen grundsätzlich dazu, sich nicht mit den Tätern anzulegen.

Gefährliche Situation: Polizei Schwalm-Eder rät sich bei Überfällen nicht zu wehren

Wenn jemand mit einem Messer oder einer anderen Waffe vor einem stehe, sei es sicherer zu tun, was der Täter sagt, um unverletzt aus der Situation zu kommen, rät der Experte. „Geld rausgeben und keinen Widerstand leisten“, laute eigentlich die Devise, so Brettschneider.

Auch rät die Polizei Tankstellenbetreibern grundsätzlich, Nachtschalter zu nutzen, also die Verkaufsräume zwischen 22 Uhr und 6 Uhr zu schließen.

Anders als noch vor zwei Jahren, gebe es derzeit keinen Anhaltspunkt für eine Überfallserie auf Tankstellen im Landkreis Schwalm-Eder, betont Brettschneider. „Es werden immer mal wieder Tankstellen und auch Spielotheken überfallen“, erklärt er.

Tankstellen und Spielotheken im Schwalm-Eder-Kreis sind immer wieder Ziel von Raubüberfällen

Doch das hänge vermutlich damit zusammen, dass sich dort eher Tatgelegenheiten bieten, die Diebe bevorzugt auswählten. „Sie haben nachts geöffnet“, da könne man besser im Schutz der Dunkelheit fliehen.

Außerdem könne man in beleuchtete Tankstellen auch von außen hineinsehen und so erkunden, wie viele Personen dort sind. Werden die Täter eines Raubüberfalls gefasst, müssen sie mit einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr rechnen, so Brettschneider.

Täter trugen Schirmmützen:

Täterbeschreibung: Laut Beschreibung sind beide Männer schlank, trugen jeweils eine schwarze Skimaske mit Sehschlitzen und sprachen deutsch mit Akzent. Ein Täter trug eine Schirmmütze, eine dunkelblaue/weiße Jacke und eine dunkle Hose. Der zweite Täter trug ebenfalls eine Schirmmütze, eine blaue Trainingsjacke und eine dunkle Hose. Die Homberger Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen. (Maja Yüce)

Hinweise: 0 56 81/81 77 40.

Zu Überfällen kommt es im Knüllwald eher selten. Der letzte Raubversuch liegt bereits drei Jahre zurück. Damals versuchte ein Mann eine Tankstelle an der A7 zu überfallen und wurde dabei von einem Mitarbeiter mit einem Staubsauger beworfen.

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