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Viele Baustellen: Sanierung der Kirche Oberbeisheim zieht sich hin

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Von: Christine Thiery

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Herbert Moog und Karl-Heinz Jakob stehen in der Oberbeisheimer Kirche und stützen sich an einer Sitzbank ab.
Chaos in der Kirche: Viele Baustellen verzögern die Sanierung des Innenraumes, sagen Herbert Moog (rechts) und Karl-Heinz Jakob. © Christine Thiery

Chaos in der Kirche in Oberbeisheim: Viele Baustellen verzögern die Sanierung des Innenraumes. Seit dem 8. November ist die Kirche wegen Bauarbeiten geschlossen. Beim Ausbau der Bänke ergaben sich nun Mängel in der Konstruktion des Unterbodens.

Oberbeisheim – Die Kirchensanierung in Oberbeisheim wird kein leichtes Spiel werden. Beim Ausbau der Bänke für die neue energiesparende Heizung ergaben sich Mängel in der Konstruktion des Unterbodens. Die Baustelle ruht, bis das weitere Vorgehen genau geklärt ist. Das ist aber nicht der einzige Mangel, der sich bei der Renovierung der Innenräume offenbart hat.

Seit dem 8. November ist die Kirche in Oberbeisheim wegen Bauarbeiten geschlossen, sagt Kirchenvorstand Karl-Heinz Jakob. Neben einer neuen energiesparenden Heizung sollen die Bänke und die Holzemporen gestrichen und der Anstrich an Wänden und Decken erneuert werden. Der alte Putz sei nicht fachgerecht ausgeführt worden, erläutert Jakob. Die Wände schwitzen. Dies und die undichte Eingangstür sorgten dann wohl auch dafür, dass sich eine weitere Überraschung offenbarte.

Beim Abbau der Orgel wurde sichtbar, in welch schlechtem Zustand sie sich befindet: Schimmel und Holzwurm befinden sich in den Holzpfeifen, die nun beim Orgelbauer gereinigt und restauriert werden. Auch ins Mauerwerk trat Feuchtigkeit ein und bei Sturm rinnt das Wasser in den Vorraum. „Es gibt noch so einiges zu tun“ sagt Herbert Moog. Man möchte auch gern die beiden Engel im Altarraum wieder herstellen. Moog zeigt ein Bild aus den 1960er-Jahren, rechts und links ragen zwei Zeichnungen aus der Wand. „Vielleicht befinden sie sich ja noch unter dem Putzanstrich.“ Wenigstens eines wolle man dann wieder sichtbar machen.

Alte Zeichnung des Altarraums der Kirche Oberbeisheim mit Engelsfiguren links und rechts des Kirchenfensters.
Engel im Altarraum: Die beiden Engelzeichnungen rechts und links des Kirchenfensters sollen wieder hergestellt werden. © Kirchengemeinde Oberbeisheim

Über die Kosten der Sanierung ist beiden bislang nichts bekannt. Alleine die Heizung sollte 64 000 Euro kosten. In den vergangenen Jahren sei die Kollekte für die Sanierung der Kirche vorgesehen gewesen. Was nach all den unvorhergesehenen Schäden auf sie zukommt, sei bislang nicht genau klar. Es werde aber viel mehr als bislang gedacht.

„Der ursprüngliche Zeitplan der Sanierung kann sicherlich nicht eingehalten werden“, sagt Kirchenältester Herbert Moog. Er rechnet nicht vor Mitte des kommenden Jahres mit einer Fertigstellung. Bis dahin finden die Gottesdienste in der ehemaligen Gemeinschaft am Brunnenweg statt. Spenden für die Sanierung der Kirche sind willkommen. Wer möchte, kann sich dafür an Pfarrerin Stefanie Knüppel wenden.

Kirche Oberbeisheim: Saalkirche aus dem 18. Jahrhundert

Die Saalkirche in Oberbeisheim wurde 1720 bis 1725 erbaut. Der Altarstein trägt die Jahreszahl 1721. Das Kirchenschiff ist mit einem Mansarddach gedeckt, aus dessen Mitte sich ein achteckiger, schiefergedeckter Dachreiter mit nach unten gerichteten Klangarkaden erhebt, auf dem eine glockenförmige Haube sitzt. Die Bauzeit fiel in die Herrschaft des Landgrafen Karl von Hessen. Die Orgel stammt aus dem Beginn des 19. Jahrhunderts. Das Geläut umfasst drei Glocken.

Das Taufbecken stammt Überlieferungen zufolge vom Vorgängerbau der heutigen Kirche. Die erste Kirche bekam im 14. Jahrhundert einen Wehrkirchhof, wegen der lang andauernden Kriege zwischen den Landgrafen von Hessen und den Erzbischöfen von Mainz. Die Bewohner suchten innerhalb der Mauer Schutz und verteidigten sich von der Ringmauer aus. Mehr als 150 Jahre dauerten die Kämpfe, erst Anfang des 15. Jahrhunderts wurden sie beendet. Ende der 1990er-Jahren wurde die Mauer um die Wehrkirche saniert. Die letzte Sanierung des Innenraums liegt 35 Jahre zurück, davor wurde in 1963 saniert. Blickfang ist heute das bunte bleiverglaste Fenster, das Anfang der 2000er-Jahre eingesetzt wurde. (Christine Thiery)

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