Stellvertretender Regimentskommandeur in Fritzlar 

Kommandeur der in Mali gestorbenen Soldaten: "Besatzung war sehr erfahren"

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Thomas Blum, Kommandeur der deutschen Hubschrauberpiloten in Mali und Stellvertretender Regimentskommandeur in Fritzlar.

Gao/Fritzlar. Der Kommandeur der bei dem Hubschrauberabsturz in Mali umgekommenen Soldaten aus Nordhessen hat Spekulationen über die schlechte Ausbildung scharf zurückgewiesen.

"Unsere Besatzungen sind gut ausgebildet, sind auf den Einsatz gut vorbereitet, haben sich hier mit den Bedingungen entsprechend auseinandergesetzt", sagte Thomas Blum, Kommandeur der deutschen Hubschrauberpiloten in Mali, am Sonntag im Camp Castor. 

Er ist außerdem Stellvertretender Regimentskommandeur in Fritzlar. "Und deswegen halte ich es derzeit auch für hochgradig unprofessionell, jetzt schon über Dinge zu spekulieren. Das wird weder den beiden Kameraden, die gefallen sind, noch den Besatzungen, die hier sind, geschweige denn ihren Angehörigen gerecht." 

Die Piloten-Gemeinschaft der Bundeswehr hatte nach dem tödlichen Absturz kritisiert, dass die Hubschrauber nicht ausreichend getestet worden seien und den Piloten die Routine fehle.

Die betroffene Besatzung sei sehr erfahren gewesen. Die Bundeswehr wie die Vereinten Nationen hätten strenge Vorgaben, die alle erfüllt würden. 

Die Stimmung unter den Piloten sei gedrückt, sagte Blum. "Man kennt sich schon seit Jahren, man fliegt seit Jahren gemeinsam die Einsätze, steht sich sehr nahe." Auf der anderen Seite unterstützen wir alle sehr professionell. Es gehe darum so schnell wie möglich die Ursache zu erforschen, um wieder den Flugbetrieb aufnehmen zu können. 

Die beiden Soldaten, die in der Georg-Friedrich-Kaserne in Fritzlar stationiert gewesen sind, waren am Mittwoch mit einem Kampfhubschrauber vom Typ Tiger abgestürzt. Am Samstag wurden ihre Särge nach Deutschland geflogen und von Kameraden und Angehörigen in Köln in Empfang genommen.

Ehrenvolle Aufnahme: Soldaten aus Fritzlar trauerten mit den Angehörigen um ihre toten Kameraden.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) besucht derzeit die Truppe in dem Krisenland. In Camp Castor in Mali müssen die Kameraden der verstorbenen Soldaten nun trotz Trauer und Fassungslosigkeit wieder zur Routine zurückfinden.

Ein Team der Bundeswehr erforscht nach wie vor die Ursache des Unglücks. Die Piloten-Gemeinschaft der Bundeswehr hatte kritisiert, dass die Tiger-Hubschrauber nicht ausreichend für den Einsatz in Mali getestet seien und den Piloten die vorgeschriebene Routine fehle. (dpa)

Stellungnahme des Kommandeurs in Fritzlar:

Nach Tiger-Absturz: Trauer um verstorbene Kameraden aus Nordhessen in Mali

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