Bernd Gieseking blickte zurück auf 2014 und wunderte sich

Kontakt zur Ministerin

Von A bis Z durchs ganze Jahr: Bernd Gieseking analysierte die Geschehnisse aus Humoristen-Sicht und stellte sein Buch „Finne Dich selbst“ vor. Foto: Zirzow

Gudensberg. Gieseking und Gudensberg: Das passt. Der Kasseler Kabarettist und Autor Bernd Gieseking streifte bei seinem satirischen Jahresrückblick vor 450 Besuchern im proppevollen Bürgerhaus einen Bogen über Ereignisse im Jahr 2014 von A wie ADAC über Bundeswehr, Ecclestone, EON, Fritz-Box, Uli Hoeneß, Maschmeier, Mauerfall, Gerhard Schröder, Alice Schwarzer, Christian Wulff bis Z wie Zuschauer bei der Fußball-WM.

Er berichtete dem Publikum auch, dass er nicht nur vom gleichen Jahrgang wie Ursula von der Leyen sei, sondern auch die gleichen Discotheken wie die Verteidigungsministerin besucht und per SMS Kontakt zu ihr hatte. Das habe sich jedoch erledigt, nachdem die Worterkennung seines Handys anstatt Kuss „Muß mal“ gesendet habe.

„Diese Technik ist nicht für mein Alter gedacht“, sagte Gieseking, der sich zu Hause nach Installation einer „Fritz-Box“ total unwohl fühlt. „Nachdem ich das Gerät angeschlossen hatte, erschien die Information, dass jetzt überall im Haus WLAN zur Verfügung stehe. Seither fühle ich mich beobachtet und ziehe mich schon gar nicht mehr aus, sondern schlafe im Mantel.“

„Diese Technik ist nicht für mein Alter gedacht.“

Bernd Gieseking über Wlan und SMS

Das wichtigste Ereignis im vergangenen Jahr war für ihn die 25. Wiederkehr des Mauerfalls. Verwundert zeigte er sich darüber, dass dieser Tag nicht am 9. November, sondern am 3. Oktober als Nationalfeiertag begangen wird.

„Da war doch noch gar nichts passiert, aber es ist gut, dass es passiert ist, denn die einzigen die den Wachturm heute noch hochhalten, sind die Zeugen Jehovas.“ In Sachen Hoeneß und Wulff zeigte sich der Künstler verwundert, dass die Gerichtsverhandlung bei dem Fußballmanager, der immerhin Millionen hinterzogen hatte, innerhalb einer Woche und bei dem ehemaligen Bundespräsidenten, es ging letztlich um weniger als tausend Euro, erst nach mehreren Wochen beendet war.

Und wie man vor Gericht auch noch Geschäfte machen kann, habe die Formel-1-Ikone Bernie Ecclestone bewiesen. Auf die Frage, ob er eine Strafe von 100 Millionen Euro akzeptiere, meinte der Milliardär, Dollar seien ihm lieber. „So hat er mit einem kurzen Satz 25 Millionen Euro verdient.“

Gieseking fragte dann ,ob jemand wisse was „Schrödern“ sei. Da sich keiner meldete, erklärte er es. „Schrödern ist, wenn man bis Mittwoch Bundeskanzler ist und ab Donnerstag im Aufsichtsrat von der zu Gazprom gehörenden NEPG sitzt“.

Das Publikum belohnte Gieseking mit großem Beifall und erhielt zwei Zugaben.

Von Rainer Zirzow

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.