Nummer eins in Hessen 

3,1 Millionen Euro Überschuss im Kreishaushalt

Geldfoto

Schwalm-Eder. Solche Zahlen gab es in einem Haushalt des Schwalm-Eder-Kreises seit Jahren nicht mehr. Für 2014 rechnet Kämmerer Rainer Fritsch erstmals wieder mit einem Überschuss. 3,1 Millionen Euro werden voraussichtlich auf der Haben-Seite bleiben.

„Wir sind damit die Nummer eins in Hessen“, frohlockt Landrat Frank-Martin Neupärtl. Und tatsächlich: Überschüsse gibt es sonst nur im Kreis Marburg-Biedenkopf und im Wetterau-Kreis.

Dort müssen die Kommunen aber mit einer deutlich höheren Kreisumlage zur Finanzierung der Kreise beitragen. Im Schwalm-Eder-Kreis sind es 54,6 Prozent, in Marburg-Biedenkopf 58 Prozent. Neupärtl: „Bei einer solch hohen Kreisumlage hätten wir einen Überschuss von 7,9 Millionen Euro.“

Die positive Entwicklung sei auf die gute wirtschaftliche Situation zurückzuführen, aber auch auf eigene Anstrengungen. Die Haupteinnahmequellen (Kreisumlage und Schlüsselzuweisungen des Landes) sprudelten in Rekordhöhe, der Landkreis selbst spare beispielsweise bei Energie- und Personalkosten. Die Stellen würden meist nicht unmittelbar wieder besetzt.

Allerdings schiebt der Landkreis weiter eine hohe Bugwelle an Verbindlichkeiten vor sich her. Die Fehlbeträge der vergangenen Jahre summieren sich auf 56,1 Millionen Euro, die Schulden aus Investitionen kommen mit weiteren 71,2 Millionen Euro hinzu.

Diskutiert wird bereits, wie nun mit dem Überschuss zu verfahren ist. Der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion, Mark Weinmeister, hatte vorgeschlagen, je die Hälfte des Betrages zur Schuldentilgung, beziehungsweise zur Verringerung der Kreisumlage zu verwenden. Sein SPD-Kollege Günter Rudolph hatte das prompt abgelehnt. Eine Reduzierung der Kreisumlage könne auch er sich vorstellen, sagte Neupärtl (SPD). Die Entscheidung liege aber beim Parlament.

Von Heinz Rohde

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