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Kripo fasst Impfpass-Fälscher aus dem Schwalm-Eder-Kreis

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Von: Maja Yüce

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Ein gelber Impfpass mit den Aufklebern des Biontech/Pfizer-Impfstoffs. Die Pässe werden von Fälschern auch verkauft.
Ein gelber Impfpass mit den Aufklebern des Biontech/Pfizer-Impfstoffs. Die Pässe werden von Fälschern auch verkauft. © Andreas Arnold/dpa

Im Schwalm-Eder-Kreis hat die Polizei einen mutmaßlichen Fälscher von Corona-Impfpässen ermittelt. Die Ermittlungen dauern an.

Schwalm-Eder/Kassel – Ein mutmaßlicher Impfpassfälscher aus dem Schwalm-Eder-Kreis ist Beamten der Arbeitsgruppe „Booster“, die bei der Kasseler Kriminalpolizei für Ermittlungen im Zusammenhang mit gefälschten Impfausweisen eingerichtet wurde, ins Netz gegangen.

Auf die Spur des 45-jährigen Tatverdächtigen kam die Polizei, nachdem eine unzustellbare und verdächtige Postsendung mit gefälschten Impfausweisen Anfang Januar die Kripo auf den Plan rief. Anschließend habe es umfangreiche Ermittlungen und operative Maßnahmen gegeben, die schließlich zu dem Absender im Schwalm-Eder-Kreis führten, teilen Kripo und Staatsanwaltschaft Kassel mit.

Schwalm-Eder-Kreis: Kriminalpolizei erkannte gefälschte Corona-Impfpässe sofort

Der Mann stehe im Verdacht, unter einer falschen Identität gefälschte Impfausweise mit Nachweis über vollständige Corona-Schutzimpfungen an Menschen im gesamten Bundesgebiet gesendet zu haben. Dafür hat er Geld kassiert.

Am Freitag erfolgte eine Durchsuchung der Wohnung des Beschuldigten. Dabei wurden acht Stempel von verschiedenen Ärzten und Impfstellen aus ganz Deutschland, ein Päckchen mit Blanko-Impfausweisen, Impfstoffaufkleber sowie mehrere Datenträger und Unterlagen sichergestellt. Die Auswertung der Daten sowie die Ermittlungen zur Herkunft der Utensilien und zum Verkauf der gefälschten Impfpässe dauere noch an.

In der verdächtigen und unzustellbaren Postsendung waren drei Impfpässe entdeckt worden. Die daraufhin eingeschaltete Kriminalpolizei habe sofort erkannt, dass es sogenannte Totalfälschungen seien. Sie nahm die Ermittlungen auf. Dabei sei es gelungen, sowohl die Scheinadresse des Impfpassfälschers als auch verschiedene, von ihm genutzte Absende-Poststationen in der gesamten Region zu identifizieren.

Fälscher von Corona-Impfpässen aus dem Schwalm-Eder-Kreis agierte vorsichtig

„Der Absender selbst agierte offenbar sehr vorsichtig unter falschen Personalien“, so Polizei und Staatsanwaltschaft. Dennoch sei es gelungen, den 45-Jährigen ausfindig zu machen. Der Mann stehe nun im Verdacht, gewerbsmäßig Impfausweise gefälscht und veräußert zu haben.

Es seien zudem mehr als 14 weitere Postsendungen, die er abgeschickt hatte, beschlagnahmt worden. Darin enthalten waren ebenfalls Impfausweise. Auch bei diesen bestehe der Verdacht, dass es sich um Fälschungen handele. Auch diese Ermittlungen dauerten an, teilen Polizei und Staatsanwaltschaft mit. (Maja Yüce)

Verwendung und Fälschung ist strafbar

Im Schwalm-Eder-Kreis gebe es zwar keine eigens eingerichtete Arbeitsgruppe „Booster“, doch auch die Kripo im Landkreis habe es immer häufiger mit gefälschten Impfpässen zu tun, sagt Markus Brettschneider, Sprecher der Polizeidirektion Schwalm-Eder. Vor allem in Apotheken würden Impfpassfälschungen auffliegen. Nach dem Infektionsschutzgesetz kann das Nutzen eines gefälschten Impfausweises und auch das Fälschen dieser Pässe bestraft werden. 

Auch in Kassel entdeckte die Polizei eine mutmaßliche Impfpass-Fälscherwerkstatt. Eine Apothekerin aus dem Kreis Kassel berichtete zuletzt über mehrere Fälle von gefälschten Corona-Impfpässen.

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