Marktplatz _ Sie läuft immer noch wie am ersten Tag

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Seit über 40 Jahren im Familienbesitz: Für eine englische Standuhr aus dem Jahr 1760 sucht Friderike Kantorek einen neuen Liebhaber.

Über vierzig Jahre lang begleiteten eine antike Standuhr und eine Vitrine den Lebensweg von Friderike Kantorek.

Nun möchte die 75-jährige Fritzlarerin die beiden Antiquitäten in gute Hände geben. „Meine Wohnung ist so voll, dass ich mich auch im Hinblick auf mein Alter langsam verkleinern will“, erklärt Friderike Kantorek und lässt den Blick durch das stilvoll eingerichtete Wohnzimmer schweifen.

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Marktplatz _ Sie läuft immer noch wie am ersten Tag 

Gemeinsam mit ihrem mittlerweile verstorbenen Mann entdeckte die gebürtige Fritzlarerin in den 1970er-Jahren die Möbelstücke bei einem schottischen Antiquitätenhändler in Koblenz. Besonders die alte Standuhr hatte es der 75-Jährigen sofort angetan: „Wir waren froh, dass wir die ergattern konnten.“

Der Transport der historischen Uhr von Koblenz zum rund 200 Kilometer entfernten damaligen Wohnort Lembeck gestaltete sich aus heutiger Sicht durchaus abenteuerlich. „Wir haben die Standuhr einfach mit einem Seil auf dem Dach unseres Fords festgebunden. Heute bekommt man dafür Ärger mit der Polizei und ein Strafmandat“, erinnert sich die Witwe und lacht.

Als ihr Mann verstarb, zog es die 75-Jährige wieder zurück in die alte Heimat Fritzlar und auch die beiden Möbelstücke fanden sicher verstaut in einem Umzugslaster den Weg nach Nordhessen.

Uhr ist neu gewartet

Besonders stolz ist Frau Kantorek auf die englische Standuhr aus dem Jahr 1760. Die Uhr ist im besten Zustand. Erst vor Kurzem habe ein örtlicher Uhrmacher den Zeitmesser überprüft und verschlissene Teile erneuert, erzählt die Fritzlarerin.

Die aus Mahagoni und Eiche gebaute Uhr ist voll funktionsfähig und besitzt ein handgemaltes Ziffernblatt. „Leider ist der Name des Uhrmachers auf dem Ziffernblatt verwischt“, bedauert Frau Kantorek und weist darauf hin, dass wohl auch die besondere Schreibweise der Ziffern eine Bedeutung haben könnte.

Vitrine mit Intarsienarbeiten

Das Alter der ebenfalls zum Verkauf stehenden großen Biedermeiervitrine schätzt die 75-Jährige auf über 250 Jahre: „Wir haben die Vitrine bei dem selben schottischen Antiquitätenhändler erworben, wie die Standuhr.“

Das Möbelstück verfügt über drei Einlegeböden, zwei Schubladen und besticht durch seine eleganten Intarsienarbeiten.

Friderike Kantorek nutzt die filigrane Glasvitrine für ihre beeindruckende Porzellanfigurensammlung. „Die stehen aber nicht zum Verkauf“, sagt die Fritzlarerin schmunzelnd. Als leidenschaftliche Sammlerin von Antiquitäten hat die 75-Jährige konkrete Preisvorstellungen: „Für die historische Standuhr möchte ich gerne 1500 Euro haben und für die Vitrine 1800 Euro.“

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