Schwalm-Eder-Kreis will eigenen Rettungshubschrauber

Landrat macht sich für Hubschrauber stark

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Symbolbild

Fünf Notrufe pro Stunde sind durchschnittlich im vergangenen Jahr bei der Leitstelle des Schwalm-Eder-Kreises eingegangen – rund um die Uhr. Insgesamt 42 034 Anrufe nahmen die 14 Disponenten der Leitstelle entgegen, bilanzierte Landrat Winfried Becker. 

Trotz der hohen Zahl ein vom Arbeitsaufkommen durchschnittliches Jahr für die in Homberg ansässige zentrale Leitstelle des Schwalm-Eder-Kreises.

Das gilt – statistisch gesehen – auch für die Feuerwehren des Kreises: Sie rückten zu 1378 Einsätzen aus. „Es sind jedes Jahr etwa 1200 bis 1500 Einsätze“, erklärt Uwe Wunsch, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Brand- und Katastrophenschutz beim Landkreis.

Winfried Becker, Landrat

 Darunter sogenannte kleine Hilfeleistungen wie das Beseitigen von Ölspuren, aber auch Brände von Gebäuden sowie Verkehrsunfälle, bei denen Menschen verletzt oder ums Leben kamen.

Hubschrauber schnellstes Rettungsmittel

22.169 Mal rückten die Rettungswagen der 13 Rettungswachen aus. 145 Mal wurde der Rettungshubschrauber angefordert. „Er ist das schnellste Rettungsmittel“, sagt Becker.

Der Landrat betonte, dass er mit dem Gedanken spiele, sich für einen Hubschrauber für den Schwalm-Eder-Kreis und den Landkreis Waldeck-Frankenberg stark zu machen. „Es ist nicht das vordringliche Thema, aber es geht mir durch den Kopf“, so Becker und erläuterte die Gründe dafür. 

Hubschrauberverfügbarkeit kritisch

Der Schwalm-Eder-Kreis sei ein großer Flächenkreis mit weiten Wegen. Um diesen „bodengebunden zu bedienen, braucht man ein dichtes Rettungswachennetz“, sagt Becker. 

Zudem sei es mitunter schwierig im Notfall tatsächlich einen Hubschrauber von den Standorten wie Kassel, Fulda, Gießen, Göttingen zu bekommen. Mal spiele das Wetter dabei eine Rolle, dann wieder die Auslastung. 

Denn die Einsätze an den jeweiligen Rettungshubschrauber-Standorten hätten im Ernstfall Vorrang. Man müsse langfristig die Diskussion anstoßen, ob die Unterstützung aus der Luft auf dem Land an manchen Orten nicht schneller und sinnhafter wäre. 

Gespräche darüber habe er aber weder mit dem Landrat aus Waldeck-Frankenberg noch mit dem Sozialministerium geführt. 

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