Fast alle Delegierten für Guxhagener als Kandidaten

Landratswahl: SPD will Becker am Steuer

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Umrahmt von der Familie und der Partei: von links Robin Becker, Günter Rudolph, Iris, Tom sowie Winfried Becker mit Steuerrad, Dr. Edgar Franke, Hans Griese und Regine Müller.

Borken. Wer von der Unterstützung der Parteien für ihre Landratskandidaten auf ihre Chancen schließen wollte, dürfte enttäuscht sein. Auch die SPD - wie vor einer Woche schon die CDU - schickt ihren Bewerber fast einstimmig ins Rennen für die Wahl.

Borken. Wer von der Unterstützung der Parteien für ihre Landratskandidaten auf ihre Chancen schließen wollte, dürfte enttäuscht sein. Auch die SPD wie vor einer Woche schon die CDU schickt ihren Bewerber fast einstimmig ins Rennen für die Wahl.

122 SPD-Delegierte stimmten bei der Versammlung im Borkener Bürgerhaus ab, 121 votierten für Becker oder anders gesagt: 99,18 Prozent. Stehend applaudierten die Genossen nach dem Ergebnis für ihren Kandidaten, auch das war wie bei der CDU.

Streifzug durch die Politik

Zuvor hatte Becker, der den im Dezember verstorbenen Landrat Frank-Martin Neupärtl während seiner Krankheit vertreten hatte, in seiner Rede einen Streifzug durch die Themenfelder der Kreispolitik unternommen.

Etwas turbulent wurde es im Saal bei der Frage der Altkennzeichen. Während Neupärtl es immer abgelehnt hatte, die Nummernschilder FZ, MEG und ZIG wieder einzuführen, zeigte sich Becker kompromissbereit. Er machte deutlich, dass er das Thema nicht für sehr bedeutend halte, aber wenn die Menschen das wollten, sage er: "Herrgott, ich werde mich dem nicht verschließen!"

Für noch weit mehr Aufregung als die Nummernschilder sorgt im Landkreis die geplante Stromtrasse Suedlink, die von Nord- nach Süddeutschland und durch den Schwalm-Eder-Kreis laufen könnte.

Er wolle von neutraler Stelle wissen, ob diese "Monstertrasse" überhaupt nötig sei, sagte Becker. Er ärgere sich über das Planungsverfahren und kritisierte die Firma Tennet, die Suedlink bauen will: "Die interessiert überhaupt nicht, was wir hier denken." Becker bekannte sich zugleich generell zur Energiewende und zur Windkraft.

Der 54-jährige Guxhagener nannte auch Vorhaben und Forderungen, die er als Landrat im Schwalm-Eder-Kreis angehen wolle. Dazu gehören: - Die Forderung an die Landesregierung, die Kommunen finanziell besser auszustatten: "Die Musik muss bei unseren Städten und Gemeinden spielen." - Keine weitere Erhöhung der Kreis- und Schulumlage. Schwalm-Eder liege mit 54 Prozent Kreisumlage hessenweit sehr gut, die meisten Kreise seien bei 58 Prozent. - Für besondere Projekte der Gemeinden soll ein Innovationsfonds beim Kreis eingerichtet werden. - Für die Schulsozialarbeit müsse eine Lösung her. Landrat Neupärtl habe eine Einigung erreicht, die vom Land Hessen nun zur Disposition gestellt werde. So könne man die Sozialarbeiter nicht im Kreis halten. - Bei der Ganztagsbetreuung habe das Land entschieden, dass diese nur noch für Grundschulen ausgebaut werde. Dabei hätten auch weiterführende Schulen Bedarf. - Der Pflegestützpunkt beim Kreis soll ausgebaut werden, vor allem um die Beratung für alte Menschen und ihre Angehörigen zu erweitern. - Bürgerbus-Modelle im Kreis müssten unterstützt und ausgebaut werden. - Die A49 müsse endlich weitergebaut werden: "Wir könne es ja fast nicht mehr hören", sagte Becker zu Debatte. -

Von seiner Partei bekam Becker nach der Wahl ein Steuerrad geschenkt. Für die SPD ist klar, wer das Schiff Schwalm-Eder steuern soll.

Von Olaf Dellit

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