Radfahrer auf gesperrter Autobahn 49

150 Demonstranten gegen A49-Weiterbau

Ernst-Ulrich von Teubern, A 49-Gegner
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Ernst-Ulrich von Teubern

Es kamen weitaus weniger Menschen als erwartet: Um die 150 Radfahrer demonstrierten am Samstag zwischen Gudensberg und Neuental auf der für den Verkehr gesperrten A 49.

Gudensberg/Neuental – Die Demonstranten protestierten gegen deren Weiterbau und forderten eine Verkehrswende. Angemeldet waren bei der vom Regierungspräsidium genehmigten Demo 3000 bis gar 5000 Teilnehmer. Der Verkehr in Richtung Süden wurde ab der Mittagszeit für vier Stunden von der A 49 auf Umleitungsstrecken geleitet, die Straßen rund um Gudensberg, Fritzlar und Borken waren stark ausgelastet.

Die Demonstration verlief laut Polizei und Organisatoren friedlich und ohne Konflikte. Auch wenn die Zahl der Teilnehmer deutlich unter den Erwartungen der veranstaltenden Gruppen lag, wertete deren Sprecher Simon Volkers die Veranstaltung doch als Erfolg. Ziel der Demonstration sei es, die Rodung des Dannenröder Forstes bei Homberg/Ohm zu verhindern, eine konsequente Verkehrswende zu fordern und auf die drohende Klimakatastrophe aufmerksam zu machen, so Volkers. Für diese großen Themen sei auch der verhältnismäßig große Aufwand zu rechtfertigen, der mit der vierstündigen Sperrung der A 49 in Richtung Süden einherging: Deren Weiterbau stehe zum einen für ein überholtes Verkehrskonzept und zum anderen für einen weiteren Schritt in Richtung Klimakrise, so Volkers. Statt dem Weiterbau einer Straße, die noch auf sehr lange Sicht stets an einer Landstraße enden werde, müsste die Klimadebatte samt neuen Konzepten für den Verkehr vorangetrieben werden.

Das sahen viele Teilnehmer ähnlich: Die 60 Jahre alte Planung gehe völlig an der heutigen Zeit vorbei, so Ernst-Ulrich von Teubern aus Dillich: Sie billige das Abholzen des Dannenröder Forstes und riskiere die Trinkwasserversorgung in Mittelhessen, da der Autobahnbau das Grundwasservorkommen gefährde. „Das ist untragbar in einer Zeit, in der völlig neuen Ideen für den Verkehr gebraucht werden.“ Eine zweite Demonstration ist für kommenden Samstag angemeldet und bereits genehmigt. Foto: Claudia Brandau » 

Von Claudia Brandau und Peter Zerhau

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