Lebensmittel statt Geld über die Theke

Sie lernten die Arbeit der Tafeln kennen: Auszubildende der Kreissparkasse, von links Maximillian Mertes, Karin Biedermann, Lothar Grönert,( Koordinatoren Tafel), Sebastian Roscher, Jonas Mand, Achim Dornsiepen (Kreissparkasse) , Philipp Himpelmann, Thomas Gille (Direktor Kreissparkasse), vorne Anne Geißler, rechts Margret Artzt ( Geschäftsführerin Diakonie). Fotos: Thiery

Fritzlar. Anne Geißler sortiert die Weintrauben aus, die angefaulten werden neben die Schale gelegt, der Rest kommt in die Ausgabe. Diese Arbeit ist nicht die Norm für die 20-Jährige. Gewöhnlich schaut sie auf Kontostände und Überweisungen.

Die Auszubildende bei der Kreissparkasse ist eine von elf jungen Leuten, die eine Woche lang für zwei Tage in den vier Tafeln des Kreises aushalfen. Dazu spendete die Kreissparkasse 1500 Euro.

„So nah war ich noch nie an der Tafelarbeit dran“, sagt die angehende Bankkauffrau, als sie am Tresen der Fritzlarer Tafer herum werkelt. Das hätte sie ohne das Projekt nicht erlebt. Von sich aus, wäre sie zurzeit wohl nicht zur Tafel gegangen, um dort zu helfen. Dafür fehle ihr auch die Zeit.

Das Vorhaben war ein?sozialer Beitrag der Kreissparkasse. „ Die Auszubildenden sollen die ehrenamtlichen Helfer unterstützen und Einblicke in die Arbeit der Tafel bekommen“, sagte Sparkassendirektor Thomas Gille. Für ihre berufliche Weiterentwicklung sei das gut, sie würden andere Eindrücke gewinnen. Sonst beschäftigen sie sich mit Geld, das sie treuhänderisch für andere verwalten, bei der Tafelarbeit kämen handwerkliche Arbeit und Aspekte der Menschlichkeit hinzu, wobei man viel lernen könne. „Die Kunden der Tafel üben sich in Geduld bis sie an die Reihe kommen“, sagte Geißler. Das habe sie berührt, auch die Dankbarkeit, die sie ihr entgegen brächten. Zudem war sie von der Zahl der Spenden beeindruckt. „Ich hätte nie gedacht was da alles ankommt.“

Karin Biedermann, Koordinatorin der Fritzlarer Tafel, meinte, es sei ein guter Einstieg für jungen Menschen zu sehen, was in unserem Land passiere. Auf der einen Seite gebe es Überfluss und anderseits Not. Ihr Kollege Lothar Grönert meinte, es sei eine angenehme Erfahrung gewesen mit den Auszubildenden der Bank.

Ein solches Projekt könne ein Impuls sein, dass sich auch mehr junge Menschen ehrenamtlich in ihrer Freizeit bei den Tafeln engagieren, sagte Margret Artzt, Geschäftsführerin der Diakonie, als Betreiber der Tafeln. „Wir suchen Menschen jeden Alters, die sich bei uns einbringen.“ (zty)

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