Der Hospizdienst Fritzlar bekommt hessische Auszeichnung als Initiative des Monats

Lebenswert bis zum Schluss

Initiative des Monats: Mark Weinmeister überreicht Stiftungsgeschäftsführerin des Hospitals, Barbara Gawliczek von links sowie den Helfern vom Hospizdienst Bärbel Balli, Carola Schattner, Irmtraud Hausam, Gisela Albert, Marlies Radetzky, Herta Graf und Sandra Konrad die Urkunde und einen Scheck über 500 Euro. Foto: Leissa

Fritzlar. Solange man jung und gesund ist, denkt man nicht an Krankheit und noch weniger an den Tod. Aber egal, ob krank oder gesund – niemand möchte alleine sein, wenn das Lebensende naht. Der Hospizdienst in Fritzlar begleitet diejenigen, die keine Angehörigen haben oder aus anderen Gründen alleine sind.

Das Team um Vorsitzende Carola Schattner steht Sterbenden und Kranken seit über zehn Jahren zur Seite und hilft bei der letzten Pflege sowie der Trauerarbeit. Dieses Engagement wurde nun von der hessischen Landesregierung mit der Auszeichnung zur Initiative des Monats Dezember 2014 gewürdigt. Europastaatssekretär Mark Weinmeister überreichte dem Hospizdienst heute die Urkunde sowie einen Scheck über 500 Euro als Anerkennungsbetrag des Landes Hessen.

Über zehn Jahre im Amt

Was 1996 als lockere Gruppierung in Fritzlar begann, umfasst nun 18 aktive, zum Hospizdienst ausgebildete Ehrenamtliche sowie fast 60 passive Helfer. Das Team aus Fritzlar begleitet Sterbende und Kranke in ihren letzten Momenten, versucht, das Leben bis zum Schluss noch lebenswert zu halten.

„Über Tod und Krankheit wird nur ungerne und viel zu wenig gesprochen“, sagt die Vorsitzende des Vereins, Carola Schattner. „Dabei betrifft es jeden.“ Wie zum Beispiel Bärbel Balli. Als ihre Schwiegermutter im Sterben lag, lernte sie den Hospizverein Fritzlar kennen. „Ich bin in einem Dorf groß geworden. Ich hatte nie Berührungsängste mit dem Tod, denn als zum Beispiel die Großeltern starben, war man bis zum letzten Atemzug dabei“, erklärt Balli. Heutzutage fände der Tod aber nicht mehr zu Hause, sondern meist in Krankenhäusern oder Pflegeheimen statt. Als Angehöriger sei man nun räumlich vom Tod getrennt und könne oft nicht mehr damit umgehen. Der Hospizdienst Fritzlar half Bärbel Balli und ihrer Familie nach dem Tod der Schweigermutter bei der Trauerverarbeitung. Seitdem ist Balli Ehrenamtliche beim Hospizdienst.

Europastaatssekretär Weinmeister lobte das soziale Engagement und den vorbildlichen Umgang des Vereins mit dem sensiblen Thema Tod „Man kann Ihre Arbeit nicht hoch genug wertschätzen“, betonte er bei der Übergabe der Auszeichnung.

Das Land Hessen vergibt seit 2004 jeden Monat die Auszeichnung an beispielhafte Vereine und Initiativen. 

Von Margarete Leissa

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