Energiepolitischer Sprecher Timon Gremmels (SPD): „Stromtrasse überdimensioniert“

Leitung soll unter die Erde

Informationsveranstaltung: Die Bürgerinitiative gegen Südlink aus Gudensberg hatte eingeladen. Auf dem Podium saßen von links Bürgermeister Frank Börner, Bernd Meisterfeld (Bürgerinitiative Gudensberg), Timon Gremmels (SPD-Landtagsfraktion) und Ingo Rennert von Infranetz. Foto: Eberlein

Gudensberg. „Südlink? Nein danke!“ nennt sich die Gudensberger Bürgerinitiative gegen die geplante Stromtrasse der niederländischen Firma Tennet vom norddeutschen Wilster nach Grafenrheinfeld in Bayern. Die Stromleitung mit einer Länge von 800 Kilometern soll auch durch den Schwalm-Eder-Kreis verlaufen. Notwendig sei sie für den Netzausbau und zur Beschleunigung der Energiewende, sagen die einen. Überdimensioniert, auf veralteter Technik basierend und überflüssig, sagen andere.

Immer mehr Bürgerinitiativen bilden sich, seitdem der Verlauf der Trasse bekannt wurde. In den aktuellen 91 Alternativvorschlägen zur ursprünglichen Planung, sind nun acht mögliche Verläufe nahe der Stadt Gudensberg und ihrer Stadtteile enthalten. Die Bürgerinitiative hatte, unterstützt durch die Stadt und Bürgermeister Frank Börner, zu einer Informationsveranstaltung in den Bürgersaal geladen, um über das Projekt aufzuklären.

Außerdem waren der umwelt- und energiepolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Timon Gremmels, und der Referent Ingo Rennert des Mündener Ingenieurbüros Infranetz anwesend.

Er stellte eine aus seiner Sicht bessere Alternative zu der geplanten Freileitungstrasse vor. Ausführlich beschrieb er die Vorteile einer Erdverkabelung. Ein möglicher Transportweg des Stroms von Nord nach Süd, so Rennert, sei auch das bestehende Gasnetz.

Ist der Trassenbau nötig?

Die Frage, ob der Bau der Trasse überhaupt notwendig sei und ob eine dezentrale Stromversorgung nicht sinnvoller wäre, wurde an Timon Gremmels gerichtet. Dieser antwortete mit dem Verweis, dass das Vorhaben 2013 durch die Bundesregierung abgesegnet worden sei. Er sei der Meinung, dass die geplante Trasse bei Weitem überdimensioniert sei und die Planung geprüft werden müsse.

„Was können wir als Bewohner der betroffenen Regionen gegen den Bau der Trasse unternehmen?“, wollten viele Zuhörer wissen, die zu der Veranstaltung gekommen waren. Die Städte, Gemeinden und Bürger müssten sich zusammenschließen und dürften nicht müde werden, ihren Protest zu bekunden, sagte Frank Börner. Es dürfe nicht sein, dass ein solches Projekt über die Köpfe der Betroffenen hinweg geplant und umgesetzt werde.

Mit konkreten Aktionen, die auch ein mediales Echo fänden, müsse versucht werden, politisch Druck aufzubauen, so sein Vorschlag. Damit fand der Bürgermeister viel Zustimmung im Saal.

Von Christl Eberlein

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