Junge Flüchtlinge paukten in drei Eingliederungsklassen – künftig neues Programm

Lernen für ein neues Leben

Pauken für die Perspektive: Flüchtlinge aus dem Kreis besuchten die Eibe-Klasse an der Berufsschule in Homberg. Foto: Thiery

Homberg. Die steigenden Flüchtlingszahlen haben an der Homberger Berufsschule zu einer besonderen Situation geführt. Drei so genannte Eibe-Klassen sind ausschließlich mit Asylsuchenden gefüllt. Eine Klasse für die anderen Schüler wird zurzeit in Fritzlar geführt. Im kommenden Jahr soll es für Flüchtlinge spezielle Förderungen geben.

Jugendliche ohne Hauptschulabschluss konnten in den vergangenen Jahren über das Hessische Landesprogramm Eibe (Eingliederung in die Berufs- und Arbeitswelt) den Abschluss in einem Jahr nachholen. Gefördert wurden Migranten, meist Russlanddeutsche oder aus Europa stammende Jugendliche, aber auch deutsche Schüler mit Schwierigkeiten.

Mehr Deutschunterricht

In den vergangenen Jahren nutzten immer weniger dieser Schüler das Angebot, immer mehr Flüchtlinge kamen dazu. „Wenn wir beide Gruppen gemischt hatten, gab es vor allem Probleme im Deutschunterricht“, sagt Lehrerin Blanka Müller-Kraft.

Drei Stunden Deutsch seien für Flüchtlinge aber zu wenig, meinte sie. Die Schule habe zusätzlich zwei Stunden Deutschunterricht außerhalb des Kurses angeboten, aber das reiche oft nicht.

In diesem Jahr seien auch viele Analphabeten unter den Teilnehmern gewesen. Trotz der besonderen Anforderungen der Schüler, die Asyl suchen, habe man den Eibe-Lehrplan einhalten müssen. Das sei nicht immer glücklich gewesen.

Ab dem neuen Schuljahr wird es für Flüchtlinge das neue Landes-Programm Intea (Integration und Abschluss) geben. Dort sollen Migranten zunächst Deutsch lernen. „Acht Stunden sind in der Woche dafür vorgesehen“, sagte Wettlaufer.

Das Programm richte sich an junge Leute bis 18 Jahre und dauere zwei Jahre. Viele der Flüchtlinge seien allerdings älter und bekämen die Förderung daher nicht.

Zusätzlich gebe es weitere Programme für die berufliche Orientierung, auch für andere junge Menschen. Viele Handwerksbetriebe würden gern Flüchtlinge ausbilden und hätten während der schulbegleitenden Praktika gute Erfahrungen mit ihnen gemacht, erklären die Lehrer.

Schnellere Asylverfahren

Dazu müsse natürlich auch klar sein, wem Asyl gewährt wird. Viele Verfahren seien noch in der Schwebe, wenn die jungen Menschen die Berufsschule besuchen. Deshalb sei es auch wichtig, dass die Asylverfahren schneller abgewickelt werden können. Zwei Schüler der Eibe-Klasse fanden bereits einen Ausbildungsplatz als Bäcker und Maler. Manche der Flüchtlinge werden die Fachoberschule besuchen. Es gibt auch Studenten unter ihnen, die nun den üblichen deutschen Schulweg gehen.

Ein Teil der Eibe-Teilnehmer hat den Abschluss nicht geschafft, sie werden zum Teil das nächste Jahr in das neue Programm übernommen. Sozialpädagogin Uschi Steube vom Starthilfe-Ausbildungsverbund betreute die Schüler der Eibe-Klassen. Bewerbungstraining, Vermittlung und Betreuung von Praktika gehören zu den Aufgaben der Sozialarbeiter. (zty)

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