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Luftsportverein Homberg feiert seinen 90. Geburtstag

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Von: Claudia Brandau

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Einfach abheben: Der Luftsportverein Homberg feiert seinen 90. Geburtstag am Mosenberg. Vereinsmitglied und DJ Sebastian Steckel sorgt für Musik.
Einfach abheben: Der Luftsportverein Homberg feiert seinen 90. Geburtstag am Mosenberg. Vereinsmitglied und DJ Sebastian Steckel sorgt für Musik. © Claudia Brandau

Der Luftsportverein Homberg feiert sein 90-jähriges Bestehen mit einem Tag des offenen Hangars auf dem Mosenberg.

Homberg – Der Luftsportverein Homberg feiert am Samstag, 10. September, ab 12 Uhr sein 90-jähriges Bestehen mit einem Tag des offenen Hangars auf dem Mosenberg. Am Abend gibt es eine Hangarparty mit DJ Steckel.

1932 hatte sich eine Gruppe flugbegeisterter Turner aus Homberg entschlossen, eine Segelflugvereinigung zu gründen. Die damals berühmten Segelflieger Max Kegel, Spitzname „Gewittermaxe“ und Benno Hurtig berieten sie bei der Wahl des Fluggeländes. Die Entscheidung für den Mosenberg stand schnell, denn der bot die für den Gummiseilstart perfekte Ausrichtung in Windrichtung Südwest. Leo Schmitt und Konrad Bechtel absolvierten auf der Wasserkuppe die Ausbildung zum Gleitfluglehrer und bildeten dann selbst die Vereinsmitglieder aus.

Begeisterter Flieger: Heinz Fröhlich (Mitte) flog sieben Jahrzehnte im Luftsportverein.
Begeisterter Flieger: Heinz Fröhlich (Mitte) flog sieben Jahrzehnte im Luftsportverein. © Luftsportverein

Aus den Erlösen des ersten öffentlichen Flugtages wurde das erste Flugzeug des Luftsportvereins Homberg beim Fieseler Flugzeugbau in Kassel bestellt, ein sogenannter „Prüfling“ für 680 Reichsmark. Der Prüfling hatte eine Spannweite von 10,58 Metern und war ein einsitziger, abgestrebter Hochdecker mit geschlossenem Rumpf. Die Gleitleistung lag bei 1:14 (also aus einem Meter Höhe 14 Meter weit gleiten), das entspricht der Leistung von heutigen Drachen oder Wettbewerbsgleitschirmen. Die Ausstattung beschränkte sich auf einen Sturzgürtel, einem heutigen Gurtsystem.

90 Jahre Luftsportverein Homberg: Der Hangar steht allen offen

In den nun folgenden Jahren und Jahrzehnten hat der Luftsportverein Homberg wie viele Hochs und Tiefs erlebt. Bedingt durch Krieg und späteren Wiederaufbau sei es oft schwierig gewesen, einen Neuanfang zu schaffen, teilt Wolfgang Braun vom Luftsportverein mit. „Es waren aber immer Flugbegeisterte zur Stelle, die dem Verein wieder zu neuem Leben verhalfen, ein Prozess, der bis heute und weiterhin in Zukunft anhält.“

Heute hat der Luftsportverein Homberg 40 aktive Mitglieder, sechs Fluglehrer für Segelflug und Ultraleicht, zwei Werkstattleiter und mehrere Motorenwarte für Ultraleichtflugzeuge.

Flugbetrieb auf dem Mosenberg herrscht meistens am Wochenende und an Feiertagen, manchmal wird auch spontan unter der Woche geflogen oder es werden Einzelstarts gemacht.

Der Flugzeugpark besteht aus den klassischen Segelflugzeugen Schleicher ASK13 und Schleicher K8b, die für die Ausbildung der Flugschüler verwendet werden. Der Umstieg auf Kunststoffflugzeuge erfolgt dann über die neueste Errungenschaft des Vereins, einer DG Flugzeugbau DG 1001 Club Neo. Hier werden die veränderten Flugparameter nähergebracht, um dann im nächsten Schritt in den Kunststoffeinsitzern Grob Astir CS oder Rolladen Schneider LS4b erste weitere Streckenflüge zu machen.

Einblick in die Fliegerei auf dem Mosenberg

Die Motormaschinen des Vereins bestehen aus dem Ultraleicht Remos G3 Mirage und dem Scheibe Flugzeugbau SF25c Rotaxfalken. Beide Motorflugzeuge werden zur Ausbildung eingesetzt, können aber auch Segelflugzeuge an den Himmel schleppen. Daneben besitzt der Verein eine Seilwinde mit einem 280 PS starken Dieselmotor, diverse Fahrzeuge und einen treuen Schlepper, der aus den Anfangszeiten des Luftsportvereins stammt und mit dem die Segelflugzeuge zum Startplatz zurückgeschleppt werden.

Neben der Ausbildung von neuen Piloten wird mit der neuen DG 1001 Club Neo der Segelkunstflug auf dem Mosenberg intensiviert und der Streckenflug mit Segelflugzeugen ausgebaut. Als dies geschieht ehrenamtlich – nur gespeist aus der Freude am Fliegen. Wer sich selbst ein Bild machen möchte, ist bei den Homberger Fliegern auf dem Mosenberg immer willkommen. (Claudia Brandau)

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