Große Schäden in der Forstwirtschaft

Mäuseplage bedroht junge Laubbäume in Schwalm-Eder

Abgestorbene Laubbäume: Ulrich Gerhold, stellvertretender Leiter des Forstamtes Jesberg, zeigt Schäden, die von Mäusen angerichtet worden sind. Foto: Heinz

Schwalm-Eder. Nachdem Sturmtief Niklas im April dem Wald im Landkreis schon stark zugesetzt hatte, haben es Forstwirte nun mit einer neuen Bedrohung zu tun, einer Mäuseplage.

„Wir verzeichneten in den vergangenen Wochen große Schäden an neu gepflanzten Bäumen. Die Mäuse fressen Stämme und Wurzeln an und bringen die Jungpflanzen damit zum Absterben“, sagt Ulrich Gerhold, stellvertretender Leiter des Forstamts Jesberg.

Im Gegensatz zu früheren Massenvorkommen von Mäusen fressen die jetzigen Populationen nicht nur junge Laubbäume wie Buchen, sondern auch neu gepflanzte Douglasien. Diese Entdeckung machte auch Norbert Hänel, als Revierbeamter für Homberg zuständig: „Hier im Revier sind hauptsächlich Edelhölzer wie Kirsche, Ahorn und Douglasie geschädigt.“

In Melsungen sind nach Auskunft von Forstamtsleiter Jan Stetter besonders Laubhölzer betroffen, allen voran Eichen. „In den Kulturen sind teilweise 20 bis 25 Prozent der Gesamtfläche geschädigt“, sagt Stetter. Das Forstamt Jesberg verzeichnet große Ausfälle: „Jede zweite Douglasie ist betroffen. Das bedeutet für uns 3000 bis 4000 Euro Schaden pro Hektar“, sagt Gerhold. Das entspreche einem Gesamtschaden von geschätzt mehreren 100.000 Euro.

Bei der Bekämpfung gibt es nur wenig Spielraum. Das Forstamt Jesberg schont gerade besonders Beutegreifer wie den Fuchs. Eine ähnliche Strategie verfolgt auch das Forstamt Melsungen. „Mit Gift wollen wir nicht arbeiten, stattdessen unterstützen wir in Einzelfällen Raubvögel mit Ansitzstangen bei der Mäusejagd,“ sagt Jan Stetter. „Grundsätzlich können wir nicht viel mehr tun, als auf den natürlichen Zusammenbruch der Mäusepopulation warten.“

Im Homberger Forst arbeitet man teilweise auch mit Gift. „Wir begiften einzelne Flächen, um die Population einzudämmen“, sagt Hänel.

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