Silbernes Kronenkreuz für vier Jahrzehnte Diakonie

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Zwei, die gerne in den Waberner Werkstätten arbeiten: Martina Schuchardt und Helmut Keim sind seit 40 Jahren Mitarbeitende der Diakonie.

40 Jahre bei einem Arbeitgeber: Das schaffen nicht viele. Helmut Keim und Martina Schuchardt ist das gelungen. Sie arbeiten seit vier Jahrzehnten bei der Baunataler Diakonie Kassel. Dafür gab es jetzt das Silberne Kronenkreuz der Diakonie.

Wabern. An die Zeit „draußen“ erinnert sich Helmut Keim gut. Das hieß erst Klinken fertigen und später Klinken putzen: Der Homberger mit Handicap arbeitet vier Jahre lang in einem Unternehmen. Ein Bekannter vermittelt ihm die Stelle in Homberg. 1984 ist Schluss. Keims Arbeitgeber geht insolvent. Als Keim in der freien Wirtschaft keinen neuen Job findet, geht es für ihn zurück. Zurück in die Werkstatt der Baunataler Diakonie Kassel. Inzwischen gehört Keim dort zu den Dienstältesten.

In Keims Lebenslauf spiegelt sich die Geschichte der Baunataler Diakonie wieder. So beginnt seine berufliche Laufbahn in der Werkstatt an der Heckerstraße in Kassel. Von dort geht es in die Baunataler Werkstatt und später in die Waberner Einrichtung.

In den Jahren übernimmt Keim unterschiedliche Jobs. Er verpackt Zeltheringe, arbeitet in der Schreinerei, unterstützt den Hausmeister und pflegt Grünanlagen. An der frischen Luft arbeitet Helmut Keim am liebsten. Nach einer Knie-OP muss er in die Industriemontage wechseln. „Ich habe es versucht, aber es ging nicht mehr“, sagt der 61-Jährige. Die Waberner Werkstatt ist nicht nur beruflich sein Glück. Hier lernt er auch seine große Liebe kennen: Ehefrau Christiane. Zusammen fahren sie jeden Tag mit dem Bus zur Werkstatt.

Beide arbeiten in Teilzeit

Kollegin Martina Schuchardt fährt auch am liebsten mit dem Bus. Die Jesbergerin bildet mit ihren Beifahrern eine eingeschworene Gemeinschaft. Die 59-Jährige hat wie Keim eine halbe Stelle. Als Reinigungskraft kümmert sie sich um die Büros, Toiletten, Fenster und Türen. Sie teilt sich ihre Arbeit selbst ein. Seit einem Jahr besucht Schuchardt einen Alphabetisierungskurs, lernt lesen und schreiben. Abends übt sie mit ihrer Schwester und liest die HNA.

Anspruch auf Rente

Eigentlich müssen Keim und Schuchardt längst nicht mehr arbeiten. Wenn 20 Jahre Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung geflossen sind, haben Beschäftigte in Behindertenwerkstätten einen Anspruch auf eine volle Erwerbsminderungsrente. Aber einfach so aufhören - das ist den beiden Mitarbeitern mit Handicap nie in den Sinn gekommen. Martina Schuchardt hat Spaß an der Arbeit. Sie möchte noch vier Jahre weitermachen. „Wenn ich gesund bleibe“, sagt sie. Für Helmut Keim beginnt Ende des Jahres ein neuer Lebensabschnitt. Er geht in Rente. „Ich bin jemand der nach vorne schaut und nicht nach hinten“, sagt der Homberger.

Er kümmert sich künftig um den Haushalt - putzen, waschen, kochen. Alles, was dazu gehört. „Damit habe ich kein Problem.“

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