Coronavirus

Großer Andrang auf kostenlosen FFP2-Schutz in Apotheken im Kreisteil Fritzlar-Homberg

Dieses Bild bot sich vor vielen Apotheken im Kreisteil: Die Menschen warteten in Schlangen, wie an der Gudensberger Burg-Apotheke.
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Dieses Bild bot sich vor vielen Apotheken im Kreisteil: Die Menschen warteten in Schlangen, wie an der Gudensberger Burg-Apotheke.

Wohin man gestern auch schaute, im Kreisteil Fritzlar-Homberg zeigte sich überall das gleiche Bild: lange Schlangen vor den Apotheken – und das bis weit in den Nachmittag hinein.

Seit Dienstag können 27 Millionen Deutsche aus Corona-Risikogruppen die ersten kostenlosen FFP2-Masken erhalten. Dazu zählen Menschen über 60 Jahre, Menschen mit Diabetes Typ II, Patienten mit Herz- oder Niereninsuffizienz, mit Asthma und Schlaganfall oder der Lungenkrankheit COPD, Organtransplantierte, Frauen mit einer Risikoschwangerschaft und Krebspatienten. Das stellt die Apotheken vor eine logistische Meisterleistung. Denn das Angebot wird rege genutzt.

„Wir können gerade nicht mit Ihnen sprechen. Hier ist die Hölle los“, sagten die Mitarbeiterinnen der Stern-Apotheke in Homberg mehrfach auf HNA-Anfrage. Auch Chef Timo Henkel war eingespannt, kümmerte sich um ungezählte Kunden, um der Nachfrage Herr zu werden. Wann immer wir in der Leitung durchkamen, hieß es: „Es tut mir leid. Es ist so viel los, wir alle stehen hier und müssen bedienen.“ Diese Worte waren nur allzu leicht, zu glauben, sah man doch eine Menschenschlange, die sich an der Ziegenhainer Straße seit dem Morgen bildete und kaum kürzer werden wollte. Erst gegen Nachmittag schien sich die Situation zu entspannen, nur noch vereinzelt waren Kunden vor der Apotheke anzutreffen.

„Die Leute wollen Masken am laufenden Band“, sagt Christiane Thiel, Apothekerin in der Bad Zwestener Löwen-Apotheke. Schlangen von bis zu zehn Menschen haben sich am Dienstagvormittag vor dem Geschäft gebildet. „Wir versuchen sie so schnell wie möglich abzuarbeiten“, sagt Thiel. Sie hofft, dass der Andrang in den nächsten Tagen etwas abklingt, und weißt darauf hin, dass die Masken noch bis zum 6. Januar abgeholt werden können.

Bereits kurz nach 12 Uhr sind die FFP2-Masken in der Löwen-Apotheke kurzfristig ausverkauft. Diese Botschaft ist auch auf Schildern im Schaufenster zu lesen. „Sobald wir wieder Masken haben, hängen wir sie wieder ab. Wir wollen nur nicht, dass die Menschen im Regen unnötig anstehen“, sagt Thiel und beruhigt: Die nächste Maskenlieferung sei schon auf dem Weg. „Die Firmen kommen mit der Auslieferung der vielen Bestellungen einfach nicht nach.“

Um zu vermeiden, dass einige Leute mehr Masken für sich beanspruchen, als vorgesehen, hat das Team der Löwen-Apotheke, zumindest von den zu den Risikogruppen zählenden Stammkunden, eine Liste angefertigt. Auf dieser werden die Namen, der Personen, die ihre Masken abgeholt haben, abgehakt.

In einigen Apotheken waren die Masken bereits vergriffen.

„Wir sind gut vorbereitet und haben im Lauf des gestrigen Tages 30 000 Masken bekommen, die wir jetzt ausgabefertig mit je drei Stück umpacken müssen“, sagt Apotheker Alexander Gerhold von der St. Martin-Apotheke in Fritzlar.

Apotheker Gerhold findet, dass die Maskenaktion zu einer unglücklichen Zeit stattfindet. „Wir haben die Pandemie seit dem Frühjahr, jetzt kamen die ersten Masken und die Nachfrage ist sehr groß“. Gerhold sagt, die Idee sei im Prinzip gut, hätte aber besser geplant werden müssen. „Wir wollen ja alle Leute versorgen, die diese Masken erhalten sollen“, sagt er.

Er richtet eine Bitte an den betreffenden Personenkreis: Bei der Abholung der Masken müssen Personalausweis und, falls vorhanden, die Kundenkarte der jeweiligen Apotheke mitgebracht werden. In der Gudensberger Burg-Apotheke waren die FFP2-Masken bereits am Dienstag alle vergriffen. Nachschub dürfte es bereits heute wieder geben, die Lieferung sei auf dem Weg.

Von Christina Zapf, Peter Zerhau Und Chantal Müller

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