Bonus-Punkte für Bauwillige

Mehr Bewerber als Grundstücke – Gudensberg geht bei Vergabe neuen Weg

So weit wären in Gudensberg schon viele Bauinteressenten: Es gibt zwar eine hohe Nachfrage nach Bauplätzen, doch derzeit keine Bauplätze in der Stadt. Foto: Andreas Schulze/dpa

Nur zu gerne würden 200 Bauwillige im Gudensberger Stadtgebiet ein Haus bauen. So viele Anfragen liegen der Stadt derzeit vor. Allerdings muss die Verwaltung die potenziellen Häuslebauer vertrösten – es gibt derzeit keine Bauplätze.

Und selbst, wenn man mit den Planungen für das Baugebiet Gudensberg-Süd, dessen Vermarktung im Herbst beginnen soll, schon weiter wäre, so würde man damit nur einen Bruchteil der Anfragen befriedigen können. Denn dort sollen im ersten Bauabschnitt 30 Bauplätze entstehen, sagt Jörg Daniel, Sprecher der Stadt Gudensberg. Es gibt mehr Bewerber als Grundstücke.

Um die Anfragen nach Bauplätzen möglichst rational und auch fair zu steuern, führt Gudensberg ein Punktesystem ein, welches regeln soll, wer bei der Vergabe von Grundstücken für Einfamilienhäuser in neuen Baugebieten zum Zuge kommt.

So können Häuslebauer Punkte sammeln, um schneller zum Zug zu kommen. Vor allem Familien, Ehrenamtliche und Gudensberger sollen profitieren, erklärt Daniel. „Rund die Hälfte der 200 Bewerber ist aus Gudensberg“, sagte Bürgermeister Frank Börner bei der Stadtverordnetensitzung. Und weiter: Schon seit Jahren übersteige die Nachfrage nach Bauplätzen in Gudensberg das Angebot. Da man erwarte, dass das in Zukunft so bleibe, habe man sich für die Vergabe über das Punktesystem entschieden. So erhalten Bewerber, die ihren Wohnsitz in Gudensberg haben drei Punkte. So viele Punkte gibt es auch, wenn jemand mindestens drei Jahren ehrenamtlich Aktiv ist und wenigstens 50 Stunden im Jahr ehrenamtliche Arbeit leistet. Für einen Arbeitsplatz im Stadtgebiet gibt es zwei Punkte und für jedes Kind unter 18 Jahren einen Punkt. „Es gibt auch einen Malus“, sagt Daniel. Drei Punkte ziehe man ab, wenn ein Interessent nach 2000 ein Grundstück bebaut hat.

Zum ersten Mal soll das Punktesystem im neuen Baugebiet Gudensberg-Süd zur Anwendung kommen. Es gebe aber keine Begrenzung nur auf die Kernstadt, erklärt er. Auch in den Ortsteilen sei die Vergabe via Punktesystem geplant, sagt Daniel im HNA-Gespräch. Man könne nicht alle Wünsche der Bewerber erfüllen und habe deshalb nach einem Steuerinstrument gesucht, erklärt er weiter. Eines, dass erst mal für die Gudensberger da ist, die in der Stadt lebten und sich auch für diese einsetzten.

Ein ähnliches Punktesystem gibt es bereits in Edermünde (HNA berichtete), die Gemeinde ist Vorreiter im Kreis. Dort versucht man bereits die große Nachfrage nach Bauplätzen so zu steuern. Bürgermeister Thomas Petrich hatte im Gespräch mit der HNA betont, dass sich das Verfahren dort absolut bewährt habe.

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