„Spaziergänge“ der Corona-Gegner haben Zulauf

Schwalm-Eder-Kreis: Mehrere Protestaktionen gegen Corona-Politik

Marktplatz in Fritzlar
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Auf dem Fritzlarer Marktplatz fanden am Montag unangemeldete Proteste statt. (Symbolbild)

Die teils unangemeldeten Proteste im Schwalm-Eder-Kreis gegen die Corona-Politik verzeichnen Zulauf. Zuletzt gab es sogenannte „Spaziergänge“ in vier Orten.

Schwalm-Eder – An verschiedenen Orten im Schwalm-Eder-Kreis trafen sich am Montag Gegner der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu sogenannten Spaziergängen: In Fritzlar, Melsungen, Treysa und Ziegenhain protestierten insgesamt rund 230 Personen.

Alle Spaziergänge verliefen friedlich, die Polizei meldet nur eine Personalienfeststellung. Bereits in der Vergangenheit gab es Zusammenkünfte dieser Art. Die Teilnehmerzahl sei in den vergangenen Wochen gestiegen, so die Polizei.

Ein zentraler Organisator der Spaziergänge ist nicht ersichtlich. Beworben werden die Veranstaltungen nicht als Versammlungen beziehungsweise als Demonstrationen, sondern als Spaziergänge – und die sind in der Regel nicht bei den Ordnungsbehörden angemeldet.

Das bestätigt Fritzlars Bürgermeister Hartmut Spogat (CDU) auf Anfrage. Man sei vonseiten der Stadt in der Regel mit zwei bis drei Kräften vor Ort. Das Ordnungsamt ist im Auftrag des Gesundheitsamts für die Kontrollen zur Einhaltung der Corona-Verordnung zuständig, so Spogat.

Für die Mobilisierung zu den Spaziergängen spielt neben der persönlichen Ansprache der Kurznachrichten-Dienst Telegram eine zentrale Rolle. Der ist bundesweit unter anderem bei Gegnern der Corona-Maßnahmen beliebt und wurde auch für die Mobilisierung zur Großdemonstration nach Kassel im März 2021 genutzt (HNA berichtete).

Nachrichten in einschlägigen Gruppen lassen Rückschlüsse über die Motivation der Teilnehmer im Schwalm-Eder-Kreis zu. Kritisiert werden insbesondere die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie, aber auch offensichtliche Falschmeldungen werden in vielen Fällen unwidersprochen verbreitet, beispielsweise über die Impfungen gegen Covid-19 oder über eine angebliche Nicht-Existenz der Pandemie.

Nach Einschätzung der Polizei handelt sich es sich bei den Teilnehmern um ein überwiegend „bürgerliches Klientel“. Eine Teilnahme rechtsradikaler Gruppen, wie sie zum Teil bei Spaziergängen in anderen Teilen Deutschlands zu beobachten ist, sei nicht festzustellen. Es könne jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass sich Einzelpersonen aus diesem Spektrum unter den Teilnehmern befanden.

Laut Polizeidirektion Schwalm-Eder waren beim Spaziergang durch Fritzlar, der am Marktplatz startete, rund 130 Personen dabei. In Melsungen waren es rund 50 Teilnehmer. Nach HNA-Informationen befanden sich unter den Teilnehmern in Meldungen auch etliche Kinder. Die Teilnehmer hatten auch Trillerpfeifen dabei, Parolen waren nur spärlich zu hören.

Deutlich kleiner fielen die Veranstaltungen in Treysa und Ziegenhain aus. Hier bewegte sich die Teilnehmerzahl laut Polizei jeweils zwischen 20 und 30 Personen.

Von Daniel Seeger

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