33-Jähriger soll den neuen Partner seiner Ex-Freundin angegriffen und verletzt haben

Messerattacke vor Gericht

Fritzlar/Kassel. Notwehr oder versuchter Totschlag? Die 6. Strafkammer des Kasseler Landgerichts muss in einem gestern begonnenen Prozess entscheiden, welche Version auf einen Vorfall zutrifft, der sich im Juli vergangenen Jahres in Fritzlar ereignete: Ein 33-Jähriger, der jetzt auf der Anklagebank sitzt, soll mit einem Messer auf den neuen Partner seiner Ex-Freundin losgegangen sein und ihn verletzt haben.

Die Staatsanwaltschaft geht von einem versuchten Totschlag aus. Der Angeklagte selbst schwieg und ließ durch seinen Verteidiger Bernd Pfläging erklären, es sei Notwehr gewesen, er habe den anderen Mann weder verletzen noch töten wollen.

Laut Anklage hatte sich die Ex-Freundin in jener Nacht mit ihrem neuen Freund sowie ihrer Cousine und deren Begleiter in Fritzlar getroffen. Plötzlich soll der Angeklagte in seinem Auto aufgetaucht sein. Er sei auf den neuen Freund seiner früheren Lebensgefährtin mit den Fäusten losgegangen, dann habe er ein Messer mit einer zehn Zentimeter langen Klinge aus dem Auto geholt und auf den anderen eingestochen.

Der wehrte sich demnach buchstäblich mit Händen und Füßen. Allerdings trug er mehrere Stichverletzungen an den Beinen und der Hüfte davon. Mindestens zehn Mal soll der Angeklagte nach den Angaben der Staatsanwaltschaft zugestochen haben. Erst als die anderen beiden eingriffen, habe er aufgegeben. Allerdings noch nicht ganz: Der Angeklagte zerrte angeblich seine Ex-Freundin nach dem missglückten Angriff ins Auto und wollte losfahren, sie konnte jedoch fliehen.

Der erste Prozesstag brachte noch nicht viel Licht ins Dunkel, lediglich drei Polizeibeamte waren als Zeugen geladen und berichteten von ihren Ermittlungen. Die Fahndung nach dem eifersüchtigen Ex-Freund verlief zunächst erfolglos. Die Ermittler bekamen Hinweise darauf, dass er eine Wohnung in Kassel besaß, bei einer Durchsuchung fanden sie aber außer ein paar Möbeln und wertlosen Gegenständen nichts.

Die Beamten ließen sein Handy orten und hörten seine Gespräche ab. Am Bahnhof in Wetzlar schlug die Polizei im August zu und nahm den 33-Jährigen fest.

Für den Prozess sind weitere vier Tage geplant, am Montag soll die Verhandlung fortgesetzt werden. (pas)

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