Gute Wurst braucht Zeit

Metzger aus den USA besuchen Fleischereien in Trockenerfurth und Zella

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Auf den Spuren der Ahlen Wurscht: Fleischer aus den USA besichtigten die Fleischereien Kohl-Kramer und Bechtel um von Obermeister Fritz Kästel (rechts) und Vorsitzender des deutschen Juniorenverbandes Johannes Bechtel (links) mehr über die getrocknete Rohwurst zu lernen. 

Die Ahle Wurscht ist schon längst in ganz Deutschland bekannt. Nun zeigen auch die amerikanischen Fleischer Interesse an der nordhessischen Spezialität.

50 Fachleute aus den USA besuchten am Mittwoch die Fleischereien Bechtel in Zella und die Fleischerei Kohl-Kramer in Trockenerfurth.

Die Informationsfahrt, die vom Deutschen Fleischereiverband (DFV) organisiert wird, fand als Teil der Internationalen Fleischwirtschaftlichen Fachmesse (IFFA) in Frankfurt statt. Im Zuge der IFFA, die alle drei Jahre stattfindet, wird auch der weltweit ausgeschriebene Qualitätswettbewerb ausgetragen.

Im Januar war bereits ein Prüferteam aus Deutschland, dem auch Obermeister Fritz Kästel von der Fleischerei Kohl-Kramer angehört, in Madison/Wisconsin in den USA und hat mit der American Association of Meat Processors die amerikanischen und kanadischen Produkte geprüft. Dabei sei die Idee für die Informationsfahrt nach Nordhessen entstanden, sagte Kästel.

Ein besonderes Interesse hätten die US-Fleischer an der „Raw-air-dry-sausage“, also an der „natürlich gereiften und getrockneten Rohwurst, die der echten Nordhessischen Ahlen Wurscht sehr ähnelt“, heißt es in einer Mitteilung der Kreishandwerkerschaft.

Fritz Kästel und sein Mitarbeiter Andreas Keßler führten die amerikanischen Fleischer in Kleingruppen durch den Betrieb und erklärten ihnen die Abläufe sowie den Herstellungs- und Räucherprozess, die Maschinen, Räucherräume und Zutaten.

 „Es ist interessant, wie die Amis das so sehen“, sagte Johannes Bechtel von der Fleischerei Bechtel und Vorsitzender des deutschen Juniorenverbandes. Die Fleischer aus den USA waren fasziniert von der Leidenschaft, die Kästel und Bechtel bei der Herstellung der Wurst an den Tag legen und mit welcher Sorgfalt sie arbeiten.

„Ich fand die unterschiedlichen Räume, in denen die Wurst trocknet, sehr spannend. Die Qualität der Wurst und die Leidenschaft der Fleischer sind bemerkenswert“, sagte Linda Pearson aus Wisconsin. „Die Verbindung der traditionellen Herstellung mit der modernen Produktion ist faszinierend“, fügte Dan Bentz aus Illinois hinzu. 

„Die natürliche Herstellung ohne Chemie und die Geduld der Fleischer ist beeindruckend. Sie geben der Wurst Zeit zum Ruhen, was aber auch große Investitionen bedeutet. Das wäre bei uns kaum vorstellbar“, sagten Dennis und Carol Hartman aus Pennsylvania.

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