Hochwasserschutz bei Mühlhausen: Ein Bypass für die Efze

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Setzen sich für den Hochwasserschutz bei Mühlhausen ein: von links Staatssekretär Mark Weinmeister, Bauingenieur Peter Capitain, Dr. Rainer Braun (Ingenieurbüro Unger), Nils Arndt und Heinz Ziegler (Bauamt) und Bürgermeister Dr. Nico Ritz.

Mühlhausen. Mit den Hochwassern in Mühlhausen soll bald Schluss sein, und auch der Storch könnte sich schon bald in der Efzeaue ansiedeln.

Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Das soll mit dem Nebenarm erreicht werden, der zurzeit zwischen Caßdorf und Berge entlang der Efze entsteht.

Der erste Bauabschnitt ist fertig, im April geht es weiter. Dann wird auch die Straße zwischen Homberg und Mühlhausen über einen kleinen Wirtschaftsweg umgeleitet.

Die Herstellung von naturnahen Lebensräumen sei ein wichtiger Faktor, um Fördergeld zu bekommen, erklärte Staatssekretär Mark Weinmeister, der sich in Wiesbaden dafür eingesetzt hatte. Und die gab es, nachdem die Stadt zehn Jahre für den Hochwasserschutz gekämpft hatte.

2,1 Millionen Euro fließen in den Bau der Mulde, die wie ein Bypass zum Bach entsteht. 85 Prozent der Bausumme trägt das Land, die Stadt Homberg und der Schwalmverband teilen sich die restlichen 15 Prozent.

„Seit vielen Jahren stehen bei Hochwasser Teile des Ortes unter Wasser“, sagte Hombergs Bürgermeister Dr. Nico Ritz. Nicht nur bei der Schneeschmelze im Winter, immer öfter sei dies wegen des Klimawandels im Sommer bei starkem Regen der Fall, fügte Dr. Rainer Braun vom Planungsbüro hinzu.

Falls es wieder soweit kommen sollte, können nach dem Bauende große Teile des zusätzlichen Wassers in der Efze in dem großen Nebenarm aufgefangen werden, das Wasser wird um den Ort umgeleitet.

Der erste Abschnitt zwischen Berge und Mühlhausen ist nun fertig, Baubeginn war im Oktober vorigen Jahres. „Man fängt immer an der Einmündung an, damit im Fall eines Hochwassers der Bau nicht zerstört wird“, sagte Braun.

Im zweiten Abschnitt werden Rohre unter die Straße gelegt, worin der Nebenarm weiter in Richtung Caßdorf bis kurz vor die Mühle geführt wird. Der insgesamt zwei Kilometer lange Nebenarm soll immer etwas Wasser führen, weshalb sich dort kleine Biotope entwickeln werden. An dieser Mulde entlang führen immer wieder unbewirtschaftete Gebiete, in denen sich die Tier- und Pflanzenwelt entwickeln soll. „Ich hoffe, dass eine große Artenvielfalt entsteht“, sagte Weinmeister.

Sogar eine Furt 

Ein Teil der landwirtschaftlich genutzten Flächen konnte erhalten bleiben, viele Gebiete der Landwirte wurden getauscht. Die Wirtschaftswege werden umgelegt und führen an der Mulde entlang, durch die es eine Furt geben wird, um mit den landwirtschaftlichen Fahrzeugen auf die jeweils andere Seite des Nebenarms zu gelangen. Die Bauarbeiten werden bis Ende dieses Jahres dauern, erklärte Braun. (zty)

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