Ohne Internetanschluss

Nach Einzug in Neubau: Familie in Besse wartet seit Wochen auf Internet

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Michael Happich hat nicht aufgegeben, als die Einrichtung seines DSL-Anschlusses stockte. Mitte August soll es endlich klappen mit dem schnellen Internet.

Den DSL-Anschlusstermin hat Vodafone verstreichen lassen. Deshalb sitzt Familie Happich seit Juni ohne Internet in ihrem Neubau. Erst nach einer Beschwerde-Mail reagierte Vodafone.

Seit Mitte Juni wartet Familie Happich in Besse auf ihren DSL-Anschluss mit einer Surfgeschwindigkeit mit bis zu 50 Megabit pro Sekunde. Doch funktionierendes Internet gibt es im Neubau von Michael und Christina Happich auch nach mehr als vier Wochen nicht.

Den vereinbarten Anschalttermin, der für den 5. Juli vorgesehen war, ließ Vodafone ohne Absage verstreichen.

Familie Happich ist kein Einzelfall. Immer wieder wenden sich Leser an uns, die mit ähnlichen Problemen zu tun haben und sich über die mangelnde Auskunftsbereitschaft der Internetanbieter ärgern. 

Keine Auskünfte von Vodafone

Obwohl Michael Happich mehr als zehn Mal bei der Kundenhotline von Vodafone anrief, konnte ihm kein Berater sagen, wann es mit dem DSL-Anschluss klappt. „In jedem Gespräch hat man uns etwas anderes gesagt und keiner wusste, was mit dem vorherigen Berater besprochen wurde“, sagt Michael Happich.

Sein Auftrag befand sich wochenlang in der technischen Auftragsbearbeitung – ohne dass sich Vodafone, wie angegeben, mit ihm in Verbindung setzte.

Derzeit geht es noch irgendwie ohne Internet. Denn Christina Happich, Lehrerin, ist gerade in Elternzeit. Doch wenn sie wieder arbeitet, ist sie für die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts auf einen funktionierenden Internetzugang angewiesen. 

Teure Notlösung Surfstick

Laut Michael Happich ist Vodafone in Edermünde der einzige Anbieter für Breitbandlösungen größer als ein Megabit (Mbit) pro Sekunde. „Damit kommt man nicht weit“, sagt er.

Als Notlösung nutzte die Familie einen Surfstick – ein Gigabyte Datenvolumen kostete fünf Euro – eine teure Alternative. Weil sich in der DSL-Angelegenheit nichts bewegte, schrieben Michael und Christina Happich eine Beschwerde-Mail unter anderem an den Vodafone-Kundenservice.

Diese Vorgehensweise habe sich schon 2015 als erfolgreich erwiesen, als es in seinem Elternhaus Internet-Probleme gab. Vonseiten der Telekom, deren Hardware die Vodafone nutzt, erhielt er die Information, dass der DSL-Anschluss von Vodafone beantragt werden könne.

„Wir sind zufrieden, dass sich nach der Mail etwas getan hat“, sagt Happich. Vodafone habe sich gemeldet und der Familie von Vodafone einen DSL-Anschlusstermin für Mitte August angeboten bekommen.

Beschwerde bei Bundesnetzagentur

Doch bis es so weit war, brauchten Christina und Michael Happich viel Geduld. „Ich finde es als Kunde schon fast sittenwidrig, wie man bei Vodafone behandelt wird“, kritisiert er. Bei der Bundesnetzagentur reichte er deshalb eine Beschwerde über Vodafone ein. Auch die Zusammenarbeit zwischen den Netzbetreibern sei schlecht.

Um die letzten Wochen ohne schnelles Internet zu überbrücken, hat die Familie von Vodafone einen Mifi-Router mit 50 Gigabyte für 16 Tage erhalten. Damit können sie vorerst über das Mobilfunknetz surfen, bis es eine endgültige Lösung gibt.

Das sagt Vodafone zum Fall Happich

Auf HNA-Anfrage äußerte sich Vodafone zum Fall der Familie Happich. Das Problem bestehe darin, dass es sich um einen Neubau handele und Vodafone lediglich prüfen könne, ob DSL im Wohngebiet generell verfügbar ist. Die Telekom habe die Hoheit über die Kabelverzweiger und deren Verbindung zum Haus.

„Wir können nicht in die grauen Kästen schauen“, sagt Vodafone-Pressesprecherin Caren Altpeter. Inzwischen habe Vodafone von der Telekom die Information erhalten, dass keine freien Anschlüsse mehr vorhanden seien und werde nun die entsprechende Hardware bestellen sowie einen DSL-Anschlusstermin bei der Telekom beantragen.

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