HNA-Interview:

Weinmeister über seine Motive, für das Amt des Landrats zu kandidieren

Will Landrat im Schwalm-Eder-Kreis werden: Mark Weinmeister gibt sich bodenständig. Unser Archiv-Foto zeigt ihn bei einer Veranstaltung der Feuerwehr in Homberg. Archiv-Foto: Zerhau/nh

Schwalm-Eder. Der Guxhagener Mark Weinmeister soll für die CDU zur Wahl um das Amt des Landrates antreten. Das haben der CDU-Kreisvorstand und die CDU-Kreistagsfraktion beschlossen.

Wir sprachen mit dem 47-Jährigen, der derzeit als Staatssekretär für Bundes- und Europaangelegenheiten arbeitet.

War Ihr Karriereziel schon immer, Landrat zu werden?

Weinmeister: Mein Karriereziel war schon 2002, Landrat zu werden. Das hat nicht geklappt (damals wurde Frank-Martin Neupärtl gewählt, Anm. d. Red). Ich hatte immer ein Interesse daran, wieder näher an der Heimat zu sein.

Warum wollen Sie künftig lieber in der Provinz unterwegs sein, statt in Brüssel oder Straßburg?

Weinmeister: Das liegt an meiner typischen, nordhessischen Bodenständigkeit. Das ist mir eine Herzensangelegenheit. Ich bin einfach sehr gerne hier und weiß, dass ich hier viele Menschen finde, die genauso denken wie ich.

Was macht diese Bodenständigkeit aus?

Weinmeister: Die Menschen, die Landschaft, eben alles, was Heimat bedeutet.

Sie sind also nicht der Parteiräson gefolgt und haben sich drängen lassen?

Weinmeister: Nein, wenn man das nicht selbst will, sollte man nicht kandidieren. Sonst wäre es auch nicht authentisch.

Warum sollten die Menschen im Landkreis Sie zum Landrat wählen?

Weinmeister: Ich habe durch meine bisherige Arbeit viele gute Kontakte, die ich für den Schwalm-Eder-Kreis nutzen könnte. Ich habe als Staatssekretär auch viele Erfahrungen gesammelt, eine große Verwaltung zu führen. Ich möchte das einbringen, um den Landkreis nach vorne zu bringen.

Was würden Sie politisch ändern wollen?

Weinmeister: Mein Ziel wird es sein, das was Frank-Martin Neupärtl erreicht hat, weiter auszubauen. Mir geht es beispielsweise um die Bildung und Ausbildung junger Leute. Da gilt es, die Übergänge von Kindergarten zu Schule und von Schule zu Beruf zu verbessern.

Ein wichtiger Punkt ist auch der demographische Wandel in den Dörfern. Da müssen wir dringend Antworten finden.

Ähnliche politische Schwerpunkte will auch Winfried Becker setzen.

Weinmeister: Die Aufgaben sind ja nicht unterschiedlich. Es gibt nur unterschiedliche Herangehensweisen. Ich glaube, dass ich da mein Wissen um Fördermöglichkeiten, aber auch um die Vernetzung von Menschen einbringen kann. Es gibt viele, die gute Sachen machen, die aber gar nichts voneinander wissen. Die zusammenzubringen, ist auch eine Aufgabe der Kreispolitik.

Wie schätzen Sie Ihre Chancen ein?

Weinmeister: Das ist bei einer Direktwahl schwer einzuschätzen. Meine Chancen dürften 50:50 stehen.

Sie stammen ja wie Winfried Becker aus Guxhagen. Da könnte man, wenn Sie Landrat werden, ja über eine Fahrgemeinschaft nachdenken – oder?

Weinmeister: (lacht) Theoretisch wäre das denkbar, wenn die Arbeitszeiten passen. Ich glaube, dass ich mit Winfried Becker ordentlich zusammenarbeiten könnte.

Ihr persönliches Verhältnis ist also gut?

Weinmeister: Er ist ein netter Kerl, den ich persönlich sehr mag und mit dem ich freundschaftlich verbunden bin.

Was würden Sie denn als Staatssekretär zurücklassen?

Weinmeister: Meine Aufgabe ist es, die Interessen Hessens in europäischen Gremien zu vertreten, sei es bei Fragen des Luftverkehrs, des Lärmschutzes oder der Bankenaufsicht.

Von Heinz Rohde

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