Neue Berufsorientierung: Kein Jugendlicher soll auf der Strecke bleiben

Schwalm-Eder. Mit einer knappen Million Euro ist ein neues Programm ausgestattet, mit dem der Schwalm-Eder-Kreis in den nächsten vier Jahren junge Menschen zwischen zwölf und 26 Jahren bei der beruflichen Integration unterstützen will.

„Jugend stärken im Quartier“ heißt das Angebot, das am 1. August beginnt und in 200 Kommunen bundesweit bis 2018 laufen soll. Der Landkreis hat sich um die Aufnahme bemüht.

„Zu viele Jugendliche durchlaufen nach der Schule eine Warteschleife nach der anderen, zu viele scheitern bei der Ausbildung“, sagte Erster Kreisbeigeordneter Winfried Becker bei der Vorstellung. Trotz bereits vorhandener, vielfältiger Angebote und Hilfen hätten zu viele keine Vorstellung von dem, was sie können und wollen.

Das könne man sich auf Dauer nicht leisten, betonte Becker. Kein junger Mensch dürfe auf der Strecke bleiben, schon gar nicht angesichts eines immer größer werdenden Mangels an Fachkräften.

Koordinator ist das Jugendamt beim Landkreis, das wie bisher mit den Jugendberufshilfe-Einrichtungen wie Starthilfe, Hephata und Jugendwerkstatt Felsberg zusammenarbeiten will. „Mit dem neuen Programm haben wir mehr Möglichkeiten als bisher“, sagt Jugendamtsleiterin Karin Wagner. Die Hilfen für Schulversager und Ausbildungsabbrecher könnten auf die jeweils lokalen Bedürfnisse zugeschnitten werden, es werde individuelle Fallbegleitungen geben. Auch so genannte „aufsuchende Jugendarbeit“ sei möglich: Die Berater gehen in die Häuser, zu den Familien, um auch schon im Vorfeld helfen zu können.

Geschlossen werden könne ab August zudem die Lücke bei den jungen Flüchtlingen: Denen müsse man sich intensiver widmen, gerade was die sprachliche Förderung betreffe, sagte Walter Ritter vom Jugendamt.

Hilfe orientiert sich am Einzelfall 

Die auf den jeweiligen Einzelfall zugeschnittene, individuelle Begleitung des betroffenen Jugendlichen über zwölf bis 18 Monate durch eine sozialpädagogische Fachkraft steht im Mittelpunkt des Programms.

Vom Europäischen Sozialfonds kommt eine Förderung in Höhe von 482 500 Euro, der Bund zahlt 96 500 Euro für die jungen Migranten. Der Landkreis stellt das Personal für die Steuerung und Koordinierung des Projektes und übernimmt 75 000 Euro der Kosten.

Beteiligt am Programm sind Fachkräfte der Jugendwerkstatt Felsberg (Nordkreis), des Starthilfe-Ausbildungsverbundes (Mitte) und der Berufshilfe Hephata (Süd).

Von Ulrike Lange-Michael

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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