Für mehr Zeit am Patienten

Fritzlar: Start für neue Intensivstation ab Sommer geplant

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An dieser Stelle soll der zentrale Stützpunkt entstehen: von links Dr. Horst Brünner, Dr. Carsten Bismarck, Tanja Adamovsky und Dr. Sven Ricks in der neuen Intensivstation. Noch ist diese eine Baustelle. Das Bild entstand vor der Corona-Krise, als es noch keine Abstandsregeln zum Schutz vor der Ausbreitung des Virus gab. Aufgrund der Corona-Berichterstattung hatten wir bislang keinen Platz in der Zeitung, um den Artikel zu veröffentlichen.

Sie wird hochmodern, um einiges digitaler und soll für mehr Zeit am Patienten sorgen:

die neue Intensivstation des Fritzlarer Hospitals zum Heiligen Geist. Eine gute Nachricht – gerade in Zeiten, in denen sich das Coronavirus zunehmend ausbreitet und eine höhere Zahl an Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit zu den herausragend wichtigen Dingen zählen. Die Intensivstation soll im Sommer dieses Jahres ihren Betrieb aufnehmen, das ist zumindest der Plan. Schon seit 2017 gebe es die Idee, eine neue Intensivstation zu bauen, sagt der medizinische Geschäftsführer Dr. Carsten Bismarck.

Der Startschuss für den Bau fiel im vergangenen Sommer. Auf einer Fläche von etwa 700 Quadratmetern werden unterschiedliche Zimmer mit insgesamt neun Intensivbetten und sieben Intermediate-Care-Betten (Intensivüberwachungspflege) aufgestellt. Sechs der Intensivbetten sind mit Beatmungsgeräten ausgestattet. „Die Räume sind sternförmig angeordnet, ausgehend von einem zentralen Stützpunkt“, erklärt Bismarck. Außerdem gibt es ein Aufnahmezimmer, in dem Notfälle vorerst behandelt werden.

Neue Intensivstation mit möglischt kurzen Wegen

Dr. Horst Brünner, Chefarzt der Klinik für Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin, ist federführend für das Geschehen auf der neuen Intensivstation zuständig. Er betont: „Es geht unter anderem darum, möglichst kurze Wege zu haben.“ Auch die OP-Säle und der Kreißsaal lägen nah an der Intensivstation. Schließlich zähle jede Sekunde.

Pro Jahr landen etwa 1200 Patienten auf der Intensivstation. „Diese müssen 24 Stunden am Tag überwacht werden.“ Damit dies in Zukunft noch besser als ohnehin schon möglich ist, wird es auf der neuen Intensivstation weitaus digitaler zugehen. „Daten wie beispielsweise Größe und Gewicht des Patienten müssen derzeit noch jedes Mal per Hand eingetragen werden“, erklärt Brünner. Mit der neuen Arbeitsweise werden solche Kennzahlen künftig einmal eingespeichert. Das Ergebnis: mehr Zeit am Patienten.

Neue Intensivstation: Hohe Sicherheitsstandards

Damit die digitalen Vorgänge einwandfrei funktionieren, sind schon jetzt unzählige Kabel an der Decke zu sehen, die die Geräte später miteinander verbinden sollen. Teil dessen sind die Deckenampeln, die über einigen Betten installiert werden und später die Versorgung des Patienten gewährleisten.

„Unsere Sicherheitsstandards sind sehr hoch, sodass ein Hacken des Systems, so gut es eben geht, ausgeschlossen werden kann“, antwortet Dr. Sven Ricks, kaufmännischer Geschäftsführer des Hospitals, auf die Frage, wie es um die Gefahren einer zunehmenden Digitalisierung der Medizin steht. Die Zimmer sind geräumig aufgebaut. Viel Platz rund um den Intensivpatienten sei schließlich genauso wichtig wie die ausreichende Zeit der Pfleger und Ärzte für die Behandlung, sagt Brünner. „Manchmal ist es schließlich notwendig, auch mal hinter den Patienten zu treten beispielsweise um seinen Kopf festzuhalten.“ Es wäre ungünstig, dass Bett in solchen Fällen noch hin- und herschieben zu müssen. In den Zimmern, die teilweise mit einem, teilweise mit zwei Betten ausgestattet sind, wird nur das zwingend Notwendige untergebracht. „Keine Schränke zum Beispiel“, sagt Brünner. Denn darauf könnten sich Keime ablagern.

Coronakrise: Zeitplan zur Fertigstellung

Ob der Zeitplan für die Fertigstellung der Station eingehalten werden kann, ist aufgrund des Virus wohl kaum zu beantworten. Fest steht: Wichtiger als eine Intensivstation ist derzeit fast keine andere Einrichtung.

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