Kosten bei 40 Millionen

A49-Weiterbau bei Neuental: So wird die Goldbachtalbrücke gebaut

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Der Deckel fehlt noch: Das Innere der Brücke wird bald unter der Fahrbahn der A 49 verschwinden. 

Die Arbeiten an der Goldbachtal-Brücke schreiten voran. Nun ist klar, wann die Brücke voraussichtlich fertig wird. Das muss noch vor der Fertigstellung gemacht werden.

Im Januar kommenden Jahres soll der Stahlkoloss fertig sein. Dann rücken die Brückenbauer ab und die Straßenbauer verbinden das Bauwerk mit der Trasse.

„Die komplizierten Arbeiten sind abgeschlossen, jetzt geht es dem Ende zu“, kommentiert Holger Breitbart. Doch der Blick auf die beiden Brücken, die das Goldbachtal überspannen, zeigt, dass es noch viel zu tun gibt. Zugeschüttet ist der sogenannte Taktkeller, in dem die Brückenteile zusammengeschweißt und über die Pfeiler geschoben wurden.

A49: Brücke mit Beton vor Schäden schützen

Über die Brücke, die nach Norden in Richtung Kassel führt, kann man schon gehen. Doch zahlreiche Arbeiter sind dabei, Armierungen zu flechten und den nächsten Abschnitt zum Betonieren vorzubereiten. Denn es fehlen noch die Kappen, die rechts und links die Fahrbahn begrenzen. 

So zieht sich am Brückenrand ein Stahlgeflecht entlang, das in zwei Lagen so eng verwoben ist, dass keine zwei Finger dazwischen passen. Denn nur so kann eine glatte, nahezu rissfreie Betonschicht aufgetragen werden. Das soll die Brücke vor Wasser- und Salzschäden schützen. 

Benzin und Öl gelangen von der Brücke nicht in die Schwalm

Ziel ist, dass möglichst kein Wasser weder mit dem Stahl der Brücke noch mit der Bewehrung zusammenkommt. Deshalb wird das Wasser auf die linke Brückenseite geführt, dort in Gullys eingebaut, über die das Wasser in ein Abflussrohr unter der Brücke abgeleitet wird. 

Von dort fließt es zum nächsten Pfeiler und in ein Sammelbecken, wo sich feste Stoffe absetzen können. Ein Ölabscheider verhindert, dass Öl und Benzin in die Schwalm gelangen können.

A49: Ausbau noch nicht so weit fortgeschritten

Noch nicht ganz so weit fortgeschritten sind die Arbeiten an der Brücke, die nach Süden in Richtung Marburg führt. Dort installieren Bauarbeiter in den Trog einen Steg, der für spätere Kontrollgänge genutzt wird. Zugleich werden die Schweißnähte kontrolliert, sandgestrahlt und Korrosionsschutz aufgetragen. Bevor die Fahrbahn asphaltiert wird, wird der Beton kugelgestrahlt, sagt Breitbart. 

Dabei wird der Beton so lange bearbeitet, bis nur die harte belastbare Schicht zu sehen ist. Mit Harz werden auch kleinste Risse abgedichtet. Schweißbahnen sollen den Schutz des Stahls sichern, bevor die Straßenbauer den Asphalt in mehreren Schichten aufbringen und verdichten.

Schutz für Fledermäuse auf Goldbachtal-Brücke 

 Zuvor allerdings müssen noch die Widerlager eingebaut werden, die dafür sorgen, die unterschiedlichen Belastungen der Brücke abzufedern. Auch sollen sie die Reaktion des Brückenstahls auf Wärme und Kälte auffangen.Bevor die ersten Fahrzeuge über die 285 Meter lange Goldbachtalbrücke rollen, werden noch vier Meter hohe Irritationswände errichtet. Sie sollen Fledermäuse daran hindern, zu tief über die Brücke zu fliegen und mit einem Fahrzeug zu kollidieren.

Freigabe der Strecke für Sommer 2022 geplant

Es ist noch viel zu tun, sagt Breitbart, doch „bis Januar kommenden Jahres können die Straßenbauer kommen“, sagt er zuversichtlich. Im Juli 2021 soll das Teilstück nach dem Bauzeitenplan abgeschlossen sein. Die Freigabe der Strecke erfolgt im Sommer 2022. Wenn alles nach Plan weiterläuft.

Die Goldbachbrücke ist eine von fünf Brücken im Nordabschnitt der A 49 zwischen Bischhausen und Schwalmstadt. Der 285 Meter lange Koloss aus Stahl, Beton und Asphalt bringt 8000 Tonnen auf die Waage. Allein 4000 Tonnen Beton sind für die Fahrbahnplatte nötig. Die Brücke ruht auf Pfeilern, die bis zu 30 Meter hoch sind und bis zu 18,5 Meter in die Erde reichen.

Kosten für das Goldbachtal-Projekt 40 Millionen Euro

Baubeginn war im August 2017. Die Fertigstellung ist für Sommer 2021 geplant. Die Verkehrsfreigabe der jeweils 15 Meter breiten Fahrbahnen soll im Sommer 2022 erfolgen. 

Für die beiden Stahlkonstruktionen wurden 16,5 Millionen Euro veranschlagt. Dazu kommen Erdarbeiten, Baustraßen, Rückhaltebecken und Lärmschutzwände. Insgesamt kostet das Goldbachtal-Projekt 40 Millionen Euro.

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