Eklat im Schwalm-Eder-Kreis

Bischhausen ist ohne eigene Feuerwehr: Abteilung tritt zurück

Wichtige Aufgabe: Bei schweren Bränden müssen die Feuerwehrleute unter Atemschutz ausrücken. In Bischhausen gibt es fünf Feuerwehrleute, die die notwendige Ausbildung dafür mitbringen. Bürgermeister Kai Knöpper kritisiert die fehlende Übung. Foto: dpa

Bischhausen. Der Neuentaler Ortsteil Bischhausen hat keine eigene Feuerwehr mehr. Die Einsatzabteilung und die Wehrführung sind in ihrer Jahreshauptversammlung geschlossen zurückgetreten.

Die 13 Mitglieder reagierten damit auf einen Beschluss des Gemeindevorstandes. Der hatte eine Verlängerung der Dienstzeit von Wehrführer Fritz Schneider abgelehnt.

Schneider wird im März 60 Jahre alt. Dann endet nach dem Hessischen Brand- und Katastrophenschutzgesetz der Feuerwehrdienst. Auf Antrag kann die Dienstzeit bis zum 65. Lebensjahr verlängert werden. Einen solchen Antrag hatte Schneider im November gestellt. Ende Dezember kam die Absage per Post. Demnach sieht der Gemeindevorstand kein „dienstliches Interesse“, die Dienstzeit zu verlängern. „Die vertrauensvolle Zusammenarbeit ist häufiger angezweifelt worden“, sagte Neuentals Bürgermeister Kai Knöpper auf HNA-Anfrage.

So habe Fritz Schneider es versäumt, einen Nachfolger aufzubauen. „Es gab dazu einen eindeutigen Auftrag“, betont Knöpper. Die Gemeinde habe ihre Unterstützung angeboten. Doch es sei nichts passiert. Zudem gab es deutliche Kritik an der Arbeit der Bischhäuser Wehr. So bezeichnete Knöpper die Zusammenarbeit mit den anderen Neuentaler Wehren als „überschaubar“. Die Einsatzabteilung habe bei gemeinsamen Übung gefehlt, und der Ausbildungsstand „könnte besser sein“.

Für Schneider waren die Bemühungen um einen Nachfolger durch eine Gesetzesänderung hinfällig geworden. Die Altersgrenze für Feuerwehrleute wurde im Jahr 2013 von 62 auf 65 Jahre angehoben. Somit war für den 59-jährigen Wehrführer klar, dass eine weitere Amtszeit möglich ist. „Ich hätte es gerne gemacht“, erklärt Fritz Schneider. Den nötigen Rückhalt der Einsatzabteilung habe er gehabt. „Es war kein Nachfolger da“, erklärte er.

Wenn es in Bischhausen brennt, rückt in dem Neuentaler Ortsteil niemand mehr aus. Die Einsatzabteilung hat sich aufgelöst, es gibt keine aktive Feuerwehr mehr. Die Gemeinde hat reagiert und bei einem Treffen der Wehrführer die Alarmierungspläne geändert. „Das decken die sechs anderen Abteilungen ab“, erklärte Bürgermeister Kai Knöpper.

Bei einem Einsatz in Bischhausen würden die Wehren aus Schlierbach und Zimmersrode gerufen, je nach Größe der Lage auch die gesamte Neuentaler Feuerwehr. „Der Brandschutz ist sichergestellt“, betonte Knöpper. Auch die gesetzlich vorgeschriebene Hilfsfrist von zehn Minuten werde eingehalten.

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