Ein Bauamt, zwei Gemeinden

Christina Hardacker ist Chefin des Bauamtes in Neuental

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Chefin des Bauamtes in Neuental: Christina Hardacker leitet das Bauamt in Neuental, das auch für Jesberg zuständig ist.

Baupläne und Baustellen sind Christina Hardacker seit Kindesbeinen nicht fremd. Als Chefin des Bauamts Neuental ist sie auch für Jesberg zuständig. 

Die gebürtige Aachenerin zog es zum Studium nach Kassel. Dort gefiel Christina Hardacker das Studienkonzept aus Architektur und Landschaftsbau, erzählt sie. Denn so konnte sie ihre künstlerische Ader, die sie von ihrer Mutter geerbt hat, mit dem planerischen Wesenszug, den sie von ihrem Vater hat, der Bauingenieur ist, verbinden.

Schon während des Studiums arbeitet Christina Hardacker in einem Architekturbüro. Dort setzte sie praktisch um, was sie theoretisch lernte. Dabei ging es um Kindergärten, Einfamilienhäuser und Konzepte, Energie einzusparen. 

Weg zum Arbeitsplatz verkürzt

Doch das tägliche Pendeln zwischen Kassel und Waltersbrück, wo sie seit 2016 wohnt, missfiel ihr. In Waltersbrück hat sie zum Ende des Studiums das Elternhaus ihres Mannes umgebaut. Sie fühle sich wohl in Waltersbrück, so sei es nur ein logischer Schritt gewesen, sich um die Stelle in Neuental zu bewerben.

Als Leiterin des Bauamtes wartet jede Menge Arbeit auf die 28-Jährige. Denn sie betreut nicht nur Neuental, sondern ist auch für Jesberg zuständig. Dabei geht es „darum, in den Gemeinden etwas zu entwickeln und gestalten, und nicht nur zu verwalten“, sagt Christina Hardacker.

So sei die Entwicklung eines Dorfparks in Zimmersrode, in dem sich die Menschen alltäglich aufhalten, etwas anderes, als irgendwo einen Kindergarten zu bauen. Vor allem aber, „wenn man in dem Dorf lebt, das Projekt jeden Tag sieht und davon betroffen ist, ist es etwas anderes, als irgendwo etwas zu bauen“.

Keine Langeweile dank vieler Projekte

Breit gefächert ist die Arbeit als Bauamtsleiterin. Eine Pinnwand gespickt mit Projekten und eine Tafel, auf der Projektabläufe aufgelistet sind, lässt die Vielschichtigkeit erahnen. Dabei geht es um Planung, Beratung und Vertretung der Interessen des Bauherrn sowie die Übernahme der Bauleitplanung und Detailplanungen.

Dazu kommen die Bearbeitung von Bebauungsplänen, die Planung von Bauplätzen und die Dorferneuerung. Langeweile ist im Büro von Christine Hardacker ein Fremdwort.

Lebensqualität auf dem Land steigern

Genug zu tun gibt es auch in Jesberg. Dort stehen die Sanierung der Kellerwaldhalle, Gemeinschaftshäuser, das Feuerwehrhaus in Reptich, der Kindergarten und vieles mehr auf dem Programm. Auch Fragen rund um die Windenergie stehen in beiden Gemeinden an.

Das Ziel ihrer Arbeit ist laut Hardacker, „der Landflucht und dem Gebäudeleerstand in der Gemeinde entgegenzuwirken“. Sie lebe gerne auf dem Land, doch die Menschen müssten eine sichere und ausreichende Versorgung haben. Das Landleben müsse attraktiver und die Lebensqualität gesteigert werden. Und dazu wolle sie mit ihrer Arbeit beitragen, sagt Christina Hardacker.

Ein Bauamt für zwei Gemeinden

Das Bauamt von Neuental und Jesberg wird von Land und Kreis mit 60 000 Euro gefördert, sagt Bürgermeister Dr. Philipp Rottwilm. Das Geld darf nur für die Ausstattung genutzt werden. Beide Gemeinden teilen sich das Bauamt. Dreiviertel der Zeit arbeit die Leiterin Christina Hardacker in Neuental und 25 Prozent für Jesberg.

Zu den Aufgaben des Bauamtes zählt laut Rottwilm die Überwachung und Betreuung von Projekten mit dem Ziel, Fehler früh zu erkennen. Dazu sei eine Fachkraft nötig, denn „die Verwaltung kann das nicht leisten“, sagt Rottwilm. 

Trotz Neuausrichtung sei es nötig, mit Ingenieur- und Architekturbüros zusammenzuarbeiten. Kleine Projekte erledige das Bauamt. Die Stelle soll möglichst auch Geld einsparen, das sonst an externe Büros geflossen ist.

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