Amtszeit endet am 31. Dezember

Ein Amt mit Höhen und Tiefen: Neuentals Bürgermeister Kai Knöpper geht

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Abschied: Kai Knöppers letzte Tage im Amt des Bürgermeisters von Neuental. An Silvester endet nach zwölf Jahren seine Amtszeit. 

Neuental. Zwölf Jahre lang lenkte Kai Knöpper als Bürgermeister die Geschicke der Gemeinde Neuental. Bei der Wahl am 24. September unterlag er seinem Herausforderer Dr. Philipp Rottwilm. Die Amtszeit Knöppers endet am 31. Dezember.

Wir sprachen mit ihm darüber, wie er die Niederlage verkraftet hat, welches Fazit er nach zwölf Jahren als Bürgermeister zieht und was er machen wird.

Wie haben Sie die Wahlniederlage am 24. September erlebt?

Kai Knöpper: Die Niederlage tat weh. Als um 19.15 Uhr das Ergebnis feststand, habe ich meinem Konkurrenten gratuliert und habe danach das Rathaus verlassen. Am nächsten Tag habe ich einen Tag Urlaub genommen, um Freunde nach Franken zu fahren.

Wenn Sie auf die vergangenen zwölf Jahre zurückblicken, was bleibt Ihnen positiv in Erinnerung?

Knöpper: Privat war die Aufnahme meiner Familie in Neuental sehr positiv. Auf der Ebene der Gemeinde waren es die Einweihung des Solarparks Peterswald und die Einrichtung des Ganztageskindergartens. Dazu kommen die Einführung der Doppik, der Kanalbau und das gute, entspannte Arbeitsklima im Rathaus. Heute herrscht das „du“ vor. Die Zusammenarbeit war positiv und entspannt, denn alle waren sich der begrenzten Möglichkeiten einer kleinen Gemeinde bewusst.

Was würden Sie rückblickend als Ärgernisse ihrer Amtszeit bezeichnen?

Knöpper: Der Umgang mit dem Parlament war nicht immer einfach. Nach einer Phase der Auseinandersetzung – die SPD war in den ersten drei Monaten auf Konfrontationskurs – , funktionierte es später ganz gut. Auseinandergedriftet sind wir bei der Gegenfinanzierung der Kredite und der nötigen Anpassung der Gebühren. So gesehen waren die Vorgaben des Rettungsschirms heilsam. Was mich ärgert ist, wenn man behauptet, ich hätte bei einer Begegnung, am Wochenende oder in einer Kneipe etwas zugesagt. Das mache ich nicht. Auch mische ich mich nicht in die Arbeit meiner Leute ein, ich kontrolliere sie, aber schreibe ihnen nicht vor, wie sie arbeiten sollen.

Würden Sie das Amt noch mal übernehmen?

Knöpper: Das Amt hat seine Höhen und Tiefen. Ich hätte gerne noch sechs Jahre weiter gemacht. Auch wenn ich jetzt aus dem Amt scheide, mache ich mir Gedanken über die Zukunft Neuentals. Bürgermeister zu sein ist kein Job von 8 bis 17 Uhr, man lebt das Amt. Wenn ich unterwegs bin, schaue ich, was andere Kommunen machen und ob es auf unsere Gemeinde übertragbar ist. Vor allem in kleinen Kommunen ist der Bürgermeister der erste Sachbearbeiter und weniger der Repräsentant. In den zwölf Jahren meiner Amtszeit hatte ich mehr die Gummistiefel als die Lackschuhe an.

War es Ihr Traum Bürgermeister zu werden?

Knöpper: Politisch war ich schon immer interessiert. Deshalb machte ich eine Ausbildung in der Verwaltung. Erste Anfragen kamen 1998. Doch damals hatte ich den Eindruck verheizt zu werden. Deshalb ging ich zunächst vier Jahre lang ins Parlament in Korbach, bevor ich zur Bürgermeisterwahl in Neuental antrat. Dazu besuchte ich verschiedene Weiterbildungskurse. Denn wenn ich für ein solches Amt antrete, möchte ich auch gewinnen. Wer nur aus Jux und Tollerei seinen Hut in den Ring wirft, hat das Amt des Bürgermeisters nicht verstanden.

Wie ging es Ihnen nach der Wahlniederlage und was haben Sie erlebt?

Knöpper: Eigenartig an der Niederlage ist, dass ich bei der Wahl am 24. September mehr Stimmen bekommen habe, als bei der Wahl vor sechs Jahren. Auch wenn die Niederlage schmerzt, aus familiärer Sicht war sie sogar gut. Verarbeitet habe ich die Niederlage noch nicht ganz. Aber in den vergangenen Wochen haben mir viele Menschen geschrieben und mich positiv gestimmt. Und viele Unternehmer haben sich für die Zusammenarbeit bedankt.

Was haben Sie jetzt vor? Für den Rückzug auf das Altenteil sind Sie doch noch zu jung.

Knöpper: Ich möchte in der öffentlichen Verwaltung arbeiten, das habe ich gelernt. Ich habe noch zwei Bewerbungen laufen und bleibe mit meiner Familie vorerst in Schlierbach wohnen.

Was ich nicht mache: Ich werde mich nicht in die Gemeindepolitik einmischen, nicht für das Parlament oder den Ortsbeirat kandidieren. Bei der Feuerwehr und im Feuerwehrverein bleibe ich aktiv. Und ich werde mehr Sport treiben, denn während meiner Amtszeit habe ich 16 Kilo zugenommen.

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