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Elternzeit: Pfarrerin Karina Kanwischer-Koch verlässt Zimmersrode

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Von: Christine Thiery

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Pfarrerin Karina Kanwischer-Koch steht in der Kirche. Hinter ihr ist ein Kreuz, eine Bibel und ein Tannenbaum zu sehen.
Abschied vom Kirchspiel Zimmersode: Pfarrerin Karina Kanwischer-Koch geht in Elternzeit. © Sabine Tümmler

Pfarrerin Karina Kanwischer-Koch aus Zimmersrode verlässt nach acht Jahren ihre Gemeinde. Sie geht in Elternzeit.

Zimmersrode/Großropperhausen – Sechs Jahre lang war die 35-jährige Karina Kanwischer-Koch für die Menschen und ihre seelischen Belange in der evangelischen Gemeinde Zimmersrode zuständig. Bereits ihr Vikariat hatte sie dort verbracht. Die Region liegt Kanwischer-Koch am Herzen, stammt sie doch aus Bad Zwesten. Nun hat sie die Pfarrstelle verlassen, um in Elternzeit zu gehen. Dekanin Sabine Tümmler verabschiedete sie in einem Festgottesdienst.

Die Pfarrerin hat vor vier Monaten ihr drittes Kind bekommen, sie ist bereits Mutter von vierjährigen Zwillingen. Ihr Mann Sven Koch wechselte seinen Beruf. Der ehemalige Bezirkskantor in Ziegenhain trat im November seine Stelle als Referendar im Schwalmgymnasium an und arbeitet nun als Lehrer. „Damit änderte sich unsere Lebenssituation“, sagt Kanwischer-Koch. Sie entschied sich daher, zunächst in eine längere Elternzeit zu gehen und sich verstärkt um die Kinder zu kümmern. „Wenn einer Vollzeit arbeitet, muss der andere in der aktuellen Situation mal für eine Zeit zurückstecken.“

Der Abschied von der Gemeinde fällt ihr schwer

Die Familie zog bereits nach Großropperhausen und kaufte dort einen Bauernhof. Nur schweren Herzens verabschiedete sich Kanwischer-Koch von ihrer Gemeinde. Bereits ihr Vikariat absolvierte sie in Zimmersrode unter dem Mentorat von Pfarrer Peter Zschoche, sagte Tümmler. Zimmersrode, Gilsa, Bischhausen und Römersberg gehören zum Kirchspiel. Im Anschluss an ihre Ordination im Jahr 2017 übernahm Kanwischer-Koch die Stelle ihres Mentors.

Pfarrer ist ihr Traumberuf

Seit ihrem 14. Lebensjahr wollte sie Pfarrerin werden. Ihr großes Vorbild war der Bad Zwestener Pfarrer Ralf Gebauer, der sie auch konfirmiert hatte. „Deswegen habe ich dann extra Abitur gemacht.“ Danach studierte sie in Marburg und Bern. Langfristig wollte sie jedoch zurück in die Heimat. Daher sei sie glücklich gewesen, als sie die Stelle in Zimmersrode bekam. Acht Jahre in einer Gemeinde, davon sechs als Pfarrerin sind schon eine kleine Weile. Sie will so bald wie möglich wieder arbeiten und ist bereits jetzt als Aushilfe tätig. „Pfarrer ist und bleibt mein Traumberuf“, sagt sie.

Die Kirchenleitung habe ihr versichert, dass sie nach der Elternzeit wieder eine Pfarrstelle in der Region bekommen werde. Es würden in der Zukunft einige Positionen vakant. Es ist ihr weiter ein Anliegen, die Menschen auf ihrem Weg von der Geburt bis zum Tod zu begleiten. Sie in der Gemeinschaft zusammen zu bringen, sei ihr wichtig. „Man hat viel mit Menschen zu tun und bekommt als Pfarrer im Gespräch oft einen Vertrauensvorschuss.“ Diese Nähe mag sie. „Niemand ist allein.“ Die Fragen nach dem Sinn des Lebens, der Vergänglichkeit und dem was nach dem Tod kommt, seien grundlegende christliche Themen. (Christine Thiery)

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