Neuentaler Ortsteil hat viele Projekte

Gespräche am Gartenzaun: In Dorheim zählt das Engagement

Auf dem Dorfplatz beim Dorfgemeinschaftshaus: Benjamin Veith ist seit 2018 Ortsvorsteher. Aktuell wird ein neuer Mehrgenerationenplatz geschaffen, der den alten Dorfplatz dann ablösen soll.
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Auf dem Dorfplatz beim Dorfgemeinschaftshaus: Benjamin Veith ist seit 2018 Ortsvorsteher. Aktuell wird ein neuer Mehrgenerationenplatz geschaffen, der den alten Dorfplatz dann ablösen soll.

Jeder Ort im Kreisteil hat etwas zu bieten. Ob Jahrhunderte alte Geschichte, lustige Anekdoten oder eindrucksvolle Bauwerke. Für unsere Gespräche am Gartenzaun waren wir in Dorheim unterwegs.

Dorheim – Ob ein Fußballturnier, ein Konzert oder auch ein Weihnachtsmarkt: Für einen Ort mit gerade mal 130 Einwohnern ist in Dorheim mächtig was los – zumindest dann, wenn eine Pandemie sämtliche Veranstaltungen nicht unmöglich macht. In dem Ortsteil von Neuental zählt vor allem die Gemeinschaft. „Die wollen wir mit kleinen Mitteln am Leben erhalten. Auch wenn es aktuell natürlich ruhiger ist“, sagt Ortsvorsteher Benjamin Veith.

Er ist seit 2018 im Amt und fühlt sich pudelwohl in Dorheim. „Die Leute sind hier sehr gesellig und locker. Viele engagieren sich für den Ort und die Menschen.“ Mehrmals im Jahr kommen die Einwohner zusammen, um zum Beispiel Unkraut zu jäten oder andere Aufgaben zu übernehmen. „Jeder hilft jedem, alle packen mit an. Das zeichnet uns aus.“

In Dorheim entsteht ein Mehrgenerationenplatz

Eines der aktuellen Projekte ist die Errichtung eines Mehrgenerationenplatzes. Dafür können die Dorheimer die ehemaligen Schrebergärten nutzen und den Platz nach ihren Vorstellungen gestalten. So sollen zum Beispiel Sitzgelegenheiten und Spielgeräte angeschafft werden. Vor Kurzem wurde der Platz zunächst planiert. „Wir machen das alles in Eigenleistung. Auch hier gibt es wieder viele freiwillige Helfer“, sagt Veith.

Außerdem steckt der Ort mitten in den Vorbereitungen für den Weihnachtsmarkt, der am 4. Dezember stattfinden soll. Rund um die Kirche werden Buden aufgestellt, außerdem organisiert das Team ein Programm. „Alle Dorheimer können mitmachen. Und wir hoffen natürlich wieder auf viele Beteiligte.“

Sie leben schon lange in Dorheim: Das Ehepaar Gerda und Hans Knoch.

Auch Gerda und Hans Knoch schwärmen von dem Zusammenhalt in Dorheim. Die 96-Jährige lebt seit ihrer Geburt in dem Ort und hat zusammen mit ihrem Mann den elterlichen Hof weitergeführt. „Es gibt nichts Schöneres als Dorheim. Hier sind wir uns alle einig – wir sind eine Gemeinschaft“, sagt Gerda Knoch.

Hans Knoch lebt seit 1950 im Ort und hat sich von Anfang an wohlgefühlt. Er kommt eigentlich aus Kassel. Doch für ihn war immer klar, dass er mal auf einem Dorf leben und als Landwirt arbeiten möchte.

Dorheim hat sich in den vergangenen Jahren verändert

Seine Frau Gerda lernte er in der Landwirtschaftsschule kennen, er zog nach Dorheim, 1952 heiratete das Paar schließlich. „Ich habe mich damals schnell eingelebt und mich im Laufe meines Lebens für viele Vereine engagiert.“ Auch der 91-Jährige betont immer wieder, wie wichtig ihm der Zusammenhalt in Dorheim ist. Doch im Ort habe sich in den vielen Jahren, die er dort lebt, viel verändert. „Die Straße ist tagsüber oft menschenleer. Früher war einfach mehr Betrieb“, sagt Hans Knoch.

Junge Menschen würden meist berufsbedingt wegziehen. Außerdem sei die Anbindung an den öffentlich Nahverkehr schlecht, erzählt Ortsvorsteher Veith. „Aber es kommen auch einige wieder, die hier aufgewachsen sind. Diese Leute wollen auch in Dorheim bauen, die Nachfrage ist da. Sie zieht es wieder auf das Dorf.“

Bis zum Jahr 2004 gab es in Dorheim übrigens auch eine Kirmes. Denn gefeiert wurde in dem kleinen Örtchen schon immer gerne. „Leider gab es dann keinen Nachwuchs mehr, der das Fest weiter organisieren konnte“, sagt Veith. Doch das bremst die Menschen in Dorheim nicht aus – sie setzen sich für ihr gemeinsames Dorfleben ein und hoffen, dass bald wieder gemeinsame Aktivitäten möglich sind. (Julia Stüber)

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