13-Jähriger hatte Blutkrebs

Hilfe für todkranken Jungen: Römersbergerin spendete ihr Knochenmark

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Knochenmarkspenderin: Lena Eberhardt aus Römersberg blättert in einem Buch, in dem andere Knochenmarkspender über ihre Spende berichten.

Lena Eberhardt aus Römersberg ist eine Lebensretterin. Sie hat einem 13-Jährigen Knochenmark gespendet, damit er von seiner Blutkrebskrankheit geheilt werden kann.

Doch die 19-jährige Abiturientin ist bescheiden: „Für mich war das selbstverständlich. Ich würde es jeder Zeit wieder machen.“ Für sie gab es kein Zögern, keine Zweifel und kein Nachdenken. „Die Krankheit kann jeden treffen, und wenn man helfen kann, sollte man es auch tun,“ sagt sie rückblickend.

So fing alles an

Vor eineinhalb Jahren veranstaltete die Deutsche Stammzellspenderdatei (DSD) einen Vortrag über Knochenmarkspende an der Christophorus-Schule in Oberuff. Lena Eberhardt und viele ihrer Mitschüler waren vom Vortrag beeindruckt und ließen sich typisieren.

„Das war keine große Sache, nach fünf Minuten war alles vorbei“, erinnert sie sich. Denn es ist nur ein Wattestäbchen, mit dem Speichel aus dem Mund gesammelt wird. Dazu wurden noch persönliche Daten erfasst, „mehr war es nicht“.

Der Anruf

Lange Zeit hörte sie nichts von der Deutschen Stammzelldatei. Im April kam der Anruf, sie sei, als „genetischer Zwilling“ für eine Spende vorgesehen. Keine Sekunde zögerte die 19-Jährige und willigte ein. Im nächsten Schritt musste sie der DSD Auskunft geben über ihren familiären Hintergrund, Krankheiten in der Familiengeschichte und auch noch eine Blutprobe abliefern.

Nach einem Monat erhielt sie die Nachricht, die Operation werde am Rot-Kreuz-Klinikum in Frankfurt ausgeführt. Geplanter Termin: 15.  Mai mit einem dreitägigen Klinikaufenthalt. Dafür musste sie die Schule benachrichtigen, denn in dieser Zeit war die Präsentation zum mündlichen Abitur geplant. Die Schule hatte keine Einwände – für Lena Eberhardt gab es einen neuen Prüfungstermin.

Im Krankenhaus

Mit ihrer Mutter fuhr Lena Eberhardt ins Krankenhaus nach Frankfurt. Dort wurde abermals Blut abgenommen, und sie wurde über ihre Krankheitsgeschichte befragt. „Das hat nicht lange gedauert. Alle waren sehr freundlich, nett und zuvorkommend“, erinnert sie sich. Etwas Bedenken hatte sie vor der Narkose, denn „ich hatte noch nie eine“. Mit zwei Hohlnadeln wurde der 19-Jährigen am Beckenkamm etwa 15 Prozent Knochenmark entnommen. „Die Schmerzen waren nach der Operation nicht allzugroß, sie waren vergleichbar mit einer Prellung.“ Nur der Kreislauf machte ihr anfänglich wegen der Menge des entnommen Knochenmarks etwas Probleme. Inzwischen sei alles wieder in Ordnung.

Ihr Fazit

Zwei Tage nach der Operation erfuhr Lena Eberhardt, dass ein 13-Jähriger ihr Knochenmark erhalten hat. „Das hat mich besonders gefreut, einem Kind helfen zu können.“ Grundsätzlich habe sie nur positive Erfahrungen gemacht. Ärzte, Krankenschwestern und Freunde brachten ihr wegen ihres Einsatzes Respekt und Anerkennung entgegen.

Dass sie als Spenderin dem Jungen helfen konnte, mache sie stolz. Ihr Appell: „Es sollen sich viel mehr Menschen typisieren lassen und zum Spenden bereit sein, nur so kann Kranken geholfen werden, wieder ein normales Leben zu führen“, sagt die 19-Jährige.

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