1. Startseite
  2. Lokales
  3. Fritzlar-Homberg
  4. Neuental

Nachruf: Kai Knöpper (51), ehemaliger Bürgermeister von Neuental, ist tot

Erstellt:

Von: Christina Zapf

Kommentare

Kai Knöpper war zwölf Jahre Bürgermeister von Neuental. Archi
Kai Knöpper war zwölf Jahre Bürgermeister von Neuental. © Peter Zerhau

Kai Knöpper ist tot. Der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Neuental erlag am Freitag, 24. Juni, mit 51 Jahren einer schweren Krankheit.

Neuental/Schlierbach – Kai Knöpper ist tot. Der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Neuental erlag am Freitag, 24. Juni, einer schweren Krankheit.

„Wir trauern um unseren Freund Kai Knöpper“, schreibt die FDP Schwalm-Eder auf ihrer Facebook-Seite. Mit Herzblut und Hingabe habe er sich für die Liberalen engagiert. Zuletzt nicht nur als Wahlkreisreferent von Wiebke Knell, sondern auch als Geschäftsführer der FDP-Kreistagsfraktion.

Kai Knöpper, ehemaliger Bürgermeister von Neuental ist tot

Kai Knöpper, der zwölf Jahre (2006 bis 2017) Bürgermeister von Neuental war, wurde nur 51 Jahre alt. „Ich bin zutiefst bestürzt über den viel zu frühen Tod von Kai Knöpper. Als Kollege und Bürgermeister der Gemeinde Neuental habe ich mit ihm ein offenes und transparentes sowie freundschaftliches Verhältnis gepflegt“, sagt Landrat Winfried Becker.

Im Herbst war laut Knell bei Knöpper Krebs diagnostiziert worden. Nun verlor er den Kampf gegen die Krankheit. „Er ist auf politischer Ebene keiner Auseinandersetzung aus dem Weg gegangen und so ist er auch dem Krebs begegnet“, sagt Dr. Philipp Rottwilm, sein Nachfolger im Rathaus.

„Kai Knöpper hat kein Blatt vor den Mund genommen, war streitbar und hat eine extrem starke Meinung vertreten. Aber dabei war er immer fair“, sagt er. Als Bürgermeister von Neuental habe Knöpper um die besten Ideen für die Gemeinde gerungen und versucht, fraktionsübergreifend Kompromisse zu finden. „Ich möchte möglichst mit allen Fraktionen den Konsens“, sagte einst im HNA-Gespräch.

Bürgermeister von Neuental: Kai Knöpper wurde 2011 wiedergewählt

Während Knöppers Amtszeit sei die finanzielle Lage der Gemeinde eine Herausforderung gewesen, so Rottwilm. Hartnäckig sei sein Vorgänger beim Bau des Rewe-Marktes gewesen, den er mit einer Klage durchsetzte. Nach drei Jahren im Amt des Bürgermeisters antwortete Knöpper 2009 im HNA-Interview auf die Frage „Könnten Sie sich nichts Besseres vorstellen?“: „Ich bin Pragmatiker, trage ungern Schlips und stamme aus Ostwestfalen, bin also durchaus sturköpfig. In diesem Job kann ich meine Kreativität nutzen und Dinge schnell umsetzen.“

2011 erhielt er 82,3 Prozent der Stimmen und setzte sich damit klar gegen seine Konkurrenten durch. 2017 verlor Knöpper die Wahl gegen Herausforderer Rottwilm (SPD). „Der Wahlkampf war außerordentlich fair“, erinnert sich Rottwilm.

Verheiratet war Knöpper mit der Tierärztin Katja Sandlöhken. Mit ihr und den beiden Töchtern wohnte er in Schlierbach. Zu den Hobbys des 51-Jährigen zählte das Reisen in Europa. Knöpper fühlte sich in der Gemeinde heimisch. „Ich bin ein Neuentaler“, sagte er 2009. Das bestätigt auch Rottwilm: „Er hat sich hier, glaube ich, sehr wohl gefühlt.“ Knöpper habe sich bei der Feuerwehr und in der Gemeinde engagiert – auch nach seiner Amtszeit.

„Er hat anderen gerne geholfen“: Wiebke Knell über Kai Knöpper

Bevor Knöpper Bürgermeister von Neuental wurde, war er beim Regierungspräsidium in Kassel beschäftigt. Verwaltung kannte er von der Pike auf. Unter anderem besaß er einen Masterabschluss als Verwaltungswirt. Außerdem war Knöpper vier Jahre Teil des Korbacher Parlaments, ehe er sich 2005 um den Posten in Neuental bewarb.

„Ich habe selten einen Menschen getroffen, der so viel wusste, wie Kai“, schreibt Wiebke Knell auf Facebook. Sie habe von seinem großen Erfahrungs- und Wissensschatz profitiert. „Manchmal hat er mich ein bisschen genervt, weil er wirklich alles besser wusste, und ich ihn vielleicht auch. Aber auch wenn wir uns (selten) gegenseitig genervt haben, konnten wir uns das sagen, weil er uneitel, ehrlich und loyal war. Er hatte eine sehr gute Menschenkenntnis und er hat anderen gerne geholfen“, so Knell. „Wir werden ihn in guter Erinnerung behalten“, sagt Rottwilm. (Christina Zapf)

Auch interessant

Kommentare