Seit 1820 mitten im Ort

Kirche ist schon 200 Jahre alt: Festgottesdienst in Schlierbach

Freuen sich über den 200-jährigen Geburtstag ihrer Kirche: von links Klaus Hottmann und Hans-Otto Schäfer vom Arbeitskreis Dorfgeschichte.
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Freuen sich über den 200-jährigen Geburtstag ihrer Kirche: von links Klaus Hottmann und Hans-Otto Schäfer vom Arbeitskreis Dorfgeschichte.

Den 200. Geburtstag ihres Gotteshauses wollten die Schlierbacher eigentlich schon im vergangenen Jahr feiern. Den Festgottesdienst holen sie nun in der renovierten Kirche nach.

Schlierbach – Früher stand die Schlierbacher Kirche 400 Schritte vom Dorf entfernt – auf einer Anhöhe am Weg nach Elnrode. Seit 1820 ist ihr Platz mitten im Ort. Den 200. Geburtstag ihres Gotteshauses wollten die Schlierbacher eigentlich schon im vergangenen Jahr feiern. Den Festgottesdienst holen sie am Sonntag, 12. September, in der renovierten Kirche nach.

Schon von außen ist die klare klassizistische Linie des Baus zu erkennen. „Kirche mittendrin“ ist auch die neue Broschüre überschrieben, die der Arbeitskreis Dorfgeschichte herausgegeben hat. Sie gibt einen Überblick über die Kirchengeschichte, die Veränderungen durch die Renovierung 1958, den Zusammenschluss zur Kirchengemeinde Landsburg 2014 unter Pfarrer Reinhard Pflüger und die Kirchenrenovierung, die 2019 beendet war.

Am Sonntag ist das druckfrische, 36 Seiten umfassende Werk, das Hans-Otto Schäfer, Annegret Szeltner, Sabine Nickel, Klaus Hottmann und Werner Biedebach in dreijähriger Arbeit zusammengestellt haben, gegen eine Spende erhältlich.

Schlierbacher Kirchengeschichte ist älter als der Kirchen-Neubau aus dem Jahr 1820

Bereits zum 825-jährigen Ortsjubiläum von Schlierbach hatte der Arbeitskreis Häuser und Bewohner in einem Buch festgehalten. Darin ist zu nachzulesen, dass die Schlierbächer Kirchengeschichte schon viel älter ist als der Neubau von 1820. Zuvor selbstständig, war Schlierbach ab 1568 mit der Pfarrei Jesberg verbunden.

Sechs Jahre später begann der Bau einer Kirche für Schlierbach und Elnrode auf der Anhöhe im freien Feld, wo zuvor bereits eine Wallfahrtskirche gestanden haben soll. Die Straßenbezeichnung „Im Kirchfeld“ gibt es in Schlierbach noch immer, doch die Kirche im Feld war nicht von dauerhafter Bauart, und auch die Verbindung mit Elnrode zerbrach.

In Folge bauten Elnrode und Schlierbach je eine eigene Kirche mitten im Ort. Während die Elnröder bereits 1818 ihre neue Kirche einweihten, dauerte es in Schlierbach zwei Jahre länger, bis mit dem Bau nach den Plänen von Kirchenbaumeister Engelhard begonnen wurde. Die neue Kirche entstand 1820 auf dem Platz neben dem alten Schulhaus. Das alte Brauhaus und das Haus des Dorfschäfers Keim mussten hierfür weichen.

Schlierbach: Anekdote über Gottesdienste in Kirche ohne Dach

Überliefert ist folgende Anekdote, so Schäfer und Hottmann vom Arbeitskreis Dorfgeschichte: Baumängel sorgten dafür, dass die Gottesdienste anfangs in der unvollendeten Kirche gefeiert wurden – es fehlte schlicht das Dach: Beim Abendmahlsgottesdienst an Weihnachten 1820 herrschte starkes Schneegestöber, Wagentücher waren notdürftig über den Kirchenbau gespannt, konnten aber die missliche Lage für die Gottesdienstbesucher kaum entschärfen.

Der Festgottesdienst beginnt Sonntag, 14 Uhr. Die Festpredigt hält Dekan Christian Wachter. Besucher müssen getestet, geimpft oder genesen sein. Es gelten die Corona-Hygiene-Regeln. Das Kaffeetrinken entfällt. (Kerstin Diehl)

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