Neuentaler ließ sich bereits 2016 typisieren

Kleiner Abstrich, großer Erfolg: Feuerwehrmann Alexander Rehor spendete Stammzellen

Alexander Rehor aus Gilsa steht auf der Treppe vor seiner Haustür.
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Rettete ein Leben: Alexander Rehor aus Gilsa nahm an einer Typisierungsaktion der Feuerwehr teil – und leistete jetzt eine Stammzellenspende.

Einen Einsatz der besonderen Art hatte Feuerwehrmann Alexander Rehor aus Gilsa in einer Frankfurter Klinik: Er spendete Stammzellen aus seinem Blut und rettete damit ein Leben.

Reptich/Gilsa - Alles begann 2016, als Spender für den damals an Blutkrebs erkrankten Marco Schultz aus Reptich gesucht wurden. Dem damals 44-Jährigen konnte die Aktion, so traurig es war, nicht helfen – doch im Nachhinein hatte sie doch einen Erfolg. Denn auch Alexander Rehor, von klein auf bei der Feuerwehr Reptich aktiv, hatte sich typisieren lassen. Ein Jahr später erhielt er die Nachricht, in die engere Auswahl von Spendern gekommen zu sein. Vor wenigen Wochen dann kam ein Anruf der Organisation DKMS, der Deutschen Knochenmarkspenderdatei: Seine Gewebemerkmale stimmen exakt mit denen einer an Leukämie Erkrankten überein.

Alexander Rehor zögerte nicht, ließ sich in einer Frankfurter Klinik untersuchen und die Blutspende vornehmen: „Ich hatte die Chance, einem anderen Menschen das Leben zu retten.“ Das alles war bereits im Februar, doch der Feuerwehrmann hat sich im Nachhinein entschlossen, damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Denn, so seine Erfahrung: „Es hat überhaupt nicht wehgetan.“

Ein kleiner Eingriff, der Großes bewirken kann, davon ist der 28-Jährige überzeugt. Wie bei einer Dialyse sei ihm bei der peripheren Stammzellenspende Blut entnommen worden. Daneben gibt es noch die Knochenmarkspende. Zuvor hatte er sich fünf Tage lang zu Hause Spritzen setzen müssen, damit sich die Stammzellen in seinem Körper vermehren. Dass sich die kleinen und doch so wichtigen Zellen vervielfacht haben, davon habe er nichts bemerkt. Das Spritzensetzen hatte seine Partnerin Vanessa Schwarzkopf übernommen. „Das war eine große Hilfe“, sagt Rehor.

Feuerwehrmann spendet Stammzellen: Spende dauerte fünf Stunden

Für die lebensrettende Spende hat sich der 28-Jährige, der als Monteur bei einem Maschinenbauer in Borken arbeitet, drei Tage freigenommen, im Vorfeld war er über mögliche Nebenwirkungen – Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen, grippeähnliche Symptome – informiert worden. Dass er davon kaum etwas spürte, trage zum Gefühl bei, das Richtige getan zu haben.

Fünf Stunden lang dauerte die Stammzellenspende – am linken Arm wurde ihm Blut entnommen, am rechten Arm wieder zugeführt. Zwischenzeitlich wurden die Stammzellen aus seinem Blut heraus gefiltert. Die Nebenwirkungen blieben aus.

Die erste Entnahme reichte für die Spende aus, sein Vater Siegfried, der ihn nach Frankfurt begleitet hatte, brachte Alexander Rehor bereits am Nachmittag wieder heim. „Ich würde es auf jeden Fall noch mal machen“, sagt Rehor. Einer in Deutschland lebenden Frau, die an Leukämie leidet, hat er mit seinem Einsatz wohl das Leben gerettet. „Mehr weiß ich über die Person nicht, aber ich werde über ihren Gesundheitszustand informiert“, erzählt er und sagt: „Ich bin froh, dass ich das damals gemacht habe – vielleicht kann ich damit jetzt ein Leben retten.“

Und Rehor weiß auch: „Hätte die Feuerwehr 2016 nicht zur Teilnahme an der Typisierung aufgerufen, hätte ich mich wohl auch nie mit dem Thema beschäftigt.“ Sein Beispiel solle andere ermutigen, sich typisieren zu lassen, sagt der Feuerwehrmann. (Kerstin Diehl)

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