Mehr Platz, Licht und Wärme

Rathaus der Gemeinde Neuental wird für 835 000 Euro saniert

Froh, dass die Sanierungsarbeiten am Rathaus voranschreiten: von links Bürgermeister Dr. Philipp Rottwilm und Bauamtsleiterin Chrstina Groh.
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Froh, dass die Sanierungsarbeiten am Rathaus voranschreiten: von links Bürgermeister Dr. Philipp Rottwilm und Bauamtsleiterin Chrstina Groh.

„Oben ohne“ präsentiert sich aktuell das Rathaus der Gemeinde Neuental: Seit dieser Woche wird mithilfe eines großen Krans das Dach erneuert, marodes Gebälk ausgetauscht. Doch nicht nur das – das Fachwerkhaus wird rundum saniert.

Neue Fenster, neuer Anstrich, barrierefreier Eingang und mehr Platz: Rund 835 000 Euro investiert die Kommune in das denkmalgeschützte Verwaltungsgebäude. Seit Mitte Juli steht das Gerüst, eigentlich sollten die Arbeiten schon im Frühjahr beginnen. „Bei Starkregen kam das Wasser durch die Fenster gelaufen“, sagt Bürgermeister Dr. Philipp Rottwilm. „Das Gebäude entspricht energetisch nicht dem Standard“, ergänzt Bauamtsleiterin Christina Groh. Als Klimakommune wolle die Gemeinde jedoch alle Gebäude energetisch auf Vordermann bringen.

Abgesehen vom Einbau einer neuen Pelletheizung geht die letzte Sanierung am 1835 errichteten Fachwerkbau auf Anfang der 1980er Jahre zurück. Statt einem Neubau habe man sich jedoch bewusst dazu entschieden, das alte Gebäude im Ortszentrum weiter zu nutzen und zu erhalten – entsprechend den Anforderungen an eine moderne Verwaltung.

Beim Fototermin vor Ort verwundert, was altes Gebälk alles tragen kann: 25 Tonnen Beton und Bauschutt haben Handwerker aus dem Dachgeschoss befördert. In luftiger Höhe ist zu erkennen, wie marode der alte Dachstuhl ist. Lehmboden und Balken sind frei gelegt, Mario Möller ist gerade dabei, Elektroleitungen zu verlegen.

Wenn alles fertig ist, sollen unter dem Dach zusätzliche Büroräume entstehen, die von unterschiedlichen Mitarbeitern genutzt werden. „Shared offices“, miteinander geteilte Büros, nennt Rottwilm das. Auch Sitzungsgäste und Brautpaare müssen künftig unters Dach klettern: Im künftigen „Sitzungs-, Veranstaltungs- und Trauraum“ ermöglichen zusätzliche Gauben den Blick bis zum Kellerwaldturm. „Bislang konnten wir nie mehr als zehn Leute in unserem Besprechungsraum setzten und mussten immer ausweichen“, so der Bürgermeister.

Und eine Erklärung, warum die Verwaltung trotz eher zurückgehender Einwohnerzahlen (3181 in 2009, 3055 aktuell) mehr Platz braucht, hat der Verwaltungschef auch: „Wir wollen uns personell so aufstellen, dass wir den Anforderungen der Bürger nachkommen. Zurzeit haben wir noch nicht einmal Platz für einen Praktikanten.“ Dabei sehe sich die Verwaltung vor Ort in der Pflicht, auch weiter auszubilden. Saniert wird das Dach, die Fenster, verschindelt und isoliert werden die beiden Wetterseiten (West- und Süd), die Fassaden werden wieder im ursprünglichen Weiß-Rot gestrichen und der Einbau einer Rampe im Eingang ermöglicht künftig den barrierefreien Zugang zum Erdgeschoss des Rathauses. Der Verwaltungsbetrieb laufe trotz der Bauarbeiten eingeschränkt weiter, so Rottwilm.

Von Kerstin Diehl

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