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Michael Krause aus Zimmersrode wanderte einmal um die Insel Sylt

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Von: Lea Beckmann

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Michael Krause hält eine Medaille und Urkunde in der Hand.
Nach 20 Stunden ist Michael Krause auf Sylt ans Ziel gekommen und hat für seine Leistung eine Medaille und Urkunde bekommen. © Claudia Krause

100 Kilometer in 20 Stunden: Die ist Michael Krause (51) beim Megamarsch auf der Insel Sylt gewandert. Langstreckenwanderung ist sein großes Hobby.

Zimmersrode – Einmal um die Insel herum, die Nacht zum Tag gemacht, eine Blase gelaufen und mit einem Strahlen ins Ziel gekommen. „Es war ein atemberaubendes Erlebnis“, sagt Krause.

Die Langstreckenwanderung ist sein großes Hobby. „Es ist wie eine Sucht – das Gefühl kann man nicht beschreiben“, sagt er. Man könne nicht aufhören. 2015 hatte er das erste Mal eine Marathon-Distanz von rund 40 Kilometern zurückgelegt. „Ich hatte gesagt, ich mache das einmal und nie wieder – und am nächsten Tag, habe ich mich für die nächste Strecke angemeldet“, sagt er und lacht. Seitdem ist er beim Wandern geblieben. Seine längste Tour war bislang 142 Kilometer.

Im Jahr läuft Krause zwei bis drei der 100 Kilomter langen Wanderungen, dazwischen immer mal die Marathondistanzen. Und nun lief er allein einmal um die Insel Sylt. „Wir sind um 12 Uhr mittags in Westerland gestartet – bei herrlichem Sonnenschein“, sagt er. Erster Halt war Kampen. Dort gab es die erste Versorgungsstation von insgesamt fünf. Er nehme daher auch nichts an Verpflegung mit, nur eine Flasche Wasser. „Auf diesem Weg ging es schon mal rund sechs Kilometer über den Sand, das ist das Schwierige auf der Strecke.“

Michael Krause aus Zimmersrode hat schon zahlreiche Langstreckenwanderungen absolviert. Jedes Mal, wenn er es ins Ziel schaffte, gab es eine Medaille.
Michael Krause aus Zimmersrode hat schon zahlreiche Langstreckenwanderungen absolviert. Jedes Mal, wenn er es ins Ziel schaffte, gab es eine Medaille. © Lea Beckmann

An der Verpflegungsstation gibt es Brote, Wasser, Kaffee, Obst und vieles mehr. „Da bleibe ich dann auch mal gerne kurz stehen, aber bei den ersten beiden Stationen setze ich mich noch nicht hin“, erklärt der 51-Jährige.

Dann ging es weiter hoch in den Norden durch die Wanderdünen, die Krause besonders mag, und wieder in Richtung Süden nach Keitum. Dort habe es dann angefangen zu regnen. „Zum Glück hat es schnell wieder aufgehört, der Wind hatte schon als Herausforderung gereicht“, sagt Krause. Zu diesem Zeitpunkt war es ungefähr 19 Uhr. Die Sonne ging unter und die Wanderer packten ihre Stirnlampen aus. Jetzt ging es nur noch im Dunkeln forwärts.

Viele Kilometer gingen über den Sand beim Megamarsch auf Sylt.
Viele Kilometer gingen über den Sand beim Megamarsch auf Sylt. © Claudia Krause

Nächste Etappe: Einmal um das Morsum-Kliff herum nach Morsum. Da war es dann schon 22 Uhr. Dann stand der schwierigste Teil bevor, erklärt Krause: das Rantumbecken. „Man geht den Deich entlang, Schafe stehen auf den Wiesen, die einen ganz verdutzt anschauen, der Wind pfeift und man sieht überall nur die kleinen Lichter der Wanderer“, beschreibt es Krause.

Über Rantum war Krause gegen 4 Uhr dann in Hörnum angekommen. Die letzte Etappe, zurück nach Westerland, stand jetzt nur noch bevor. „Die letzten 30 Kilometer bin ich mit einem Wanderer gemeinsam gegangen – da entstehen Freundschaften“, sagt er. Und dann die ersten Sonnenstrahlen: Krause erreicht um 8 Uhr morgens das Ziel in Westerland. „Die 20 Stunden waren bislang mein schnellstes Ergebnis.“ Doch ihm komme es nicht darauf an schnellstmöglich ins Ziel zu kommen, sondern es überhaupt zu schaffen. Innerhalb von 24 Stunden müsse man aber im Ziel ankommen.

Michael Krause wanderte in seinen 51. Geburtstag

Das Besondere an dieser Tour: „die Landschaft, die raue Nordsee und wenn man nachts das Wasser plätschern hört.“ Und: Krause ist in seinen 51. Geburtstag maschiert. „Das hat mich nochmal motiviert in der Nacht weiter zu laufen und keine Schlafpause zu machen“, sagt er.

Der gelernte Schuhmacher weiß, dass es bei der Ausrüstung vor allem auf eins ankommt: optimale Wanderschuhe. Ansonsten kleidet er sich im Zwiebellook – mehrere Kleidungsschichten übereinander. Regenjacke sowie ein Schirm und natürlich die Stirnlampe stehen auf der Packliste. Doch das Wichtigste, um solch eine Strecke absolvieren zu können: der Kopf. „Wenn der nicht mitspielt, dann schafft man es auch nicht.“ Positive Gedanken sind das Geheimnis. „Man sollte einfach die Natur genießen, das macht den Kopf frei“, sagt Krause.

Der Megamarsch auf der Insel Sylt

Der Megamarsch ist ein Unternehmen, das 2016 gegründet wurde. Es werden 100 Kilometer Wanderungen in Hamburg, Weserbergland, Köln, Frankfurt, Stuttgart und München angeboten. Sylt sei das Spezialevent. Um auf Sylt mitzuwandern, müsse man sich bewerben. „Man muss vorher schon öfter 100 Kilometer Wanderungen absolviert haben, um dort mitmachen zu dürfen“, erklärt Michael Krause. Die Teilnehmerzahl ist auf 600 begrenzt. 66 davon seien für Bewohner der Insel Sylt reserviert. Diesmal haben 551 Teilnehmer mitgemacht, davon sind 288 ins Ziel gekommen. Krause war dieses Jahr zum dritten Mal auf Sylt dabei. Das Unternehmen bietet zudem auch 50 Kilometer Wanderungen an. Die muss man in 12 Stunden absolvieren. Für Krause geht es nächstes Wochenende für eine Marathondistanz nach Bad Endbach (Marburg-Biedenkopf). megamarsch.de

(Lea Beckmann)

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