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Da wohnt man in aller Freundschaft: Thomas und Desirée Bogie bieten in Neuenhain nachbarschaftliches Projekt

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Von: Claudia Brandau

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Auf dem Foto sind zwei Menschen zu sehen.
Kaffeestation, Treffpunkt, Gartenhaus: Thomas und Desirée Bogie aus Neuenhain haben auf ihrem Grundstück neben Häusern und Scheunen auch dieses Gartenhaus, das vor zehn Jahren zur documenta gehörte. © Claudia Brandau

Thomas und Desirée Bogie aus Neuenhain haben das, was sich viele Menschen wünschen: Platz ohne Ende am großen Grundstück.

Neuenhain – Für eine Führung übers große Gelände von Desirée und Thomas Bogie in Neuenhain sollte man Zeit mitbringen: Es dauert, bis man all den Wohnraum gesehen hat, den Bogies bereits geschaffen haben und noch schaffen wollen. Das Ehepaar sucht jetzt für sein besonderes Anwesen etliche freundliche Nachbarn – denn in der alten Scheune entstehen gerade drei neue Wohnungen.

Vor bald 20 Jahren haben Bogies das große Wohnhaus an der Neuenhainer Straße samt Nebengebäuden und ausbaufähigem Garten erworben. Seitdem haben sie das Haupthaus und ein Nebengebäude für einen Mieter saniert und ein Strohballenhaus für sich selbst gebaut.

Neuenhain: Drei Wohnungen mit Blick in den Garten entstehen bei den Bogies

Jetzt sanieren Bogies das leer stehende Obergeschoss einer alten Scheune. Drei Wohnungen mit Blick in den Garten entstehen dort, sollen bald mit Leben erfüllt werden – von Menschen, die mehr wollen als erst einen Mietvertrag und dann ihre Ruhe. Denn Bogies wollen sich ihren Traum vom nachbarschaftlichen, freundlich gesinntem Wohnen erfüllen und suchen dafür Gleichgesinnte.

Dabei geht es nicht etwa darum, eine Wohngemeinschaft zu bilden, sondern darum, sich immer wieder und sehr gerne jenseits der eigenen und gemieteten Räume zu begegnen. Einen Kaffee zusammen zu trinken, ein Schwätzchen zu halten, mit netten Begegnungen das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. „Wir wollen nicht alleine auf dem Dorf alt werden“, sagt die 55-jährige Physiotherapeutin: „Es geht um eine Nachbarschaft, in der Freundschafte entstehen, in der man sich gegenseitig hilft – auch beim Älterwerden.“ Zwölf bis 15 Menschen können auf dem großen Grundstück leben, auf dem sich mit großem Abstand mehrere Gebäude befinden.

Wohnungsinteressenten kommen aus Frankfurter Raum

Antje Geyer ist seit drei Jahren Mieterin, wohnt im Haupthaus. Sie stammt aus Norddeutschland, liebt das Landleben und auch die Verbundenheit auf dem Grundstück: „Hier sagt jeder jedem Bescheid, bevor er einkaufen geht und fragt, ob jemand etwas braucht.“

Antje Geyer fährt sonntags mit dem Rad nach Gilsa und holt Brötchen – auf Wunsch auch für Bogies und den anderen Mieter, in einer Scheune am anderen Ende des großen Gartens wohnt.

Gerade hat Antje Geyer einer Wohnungsinteressentin aus dem Frankfurter Raum die Gegend gezeigt: „Die Leute sollen sehen, was es hier alles gibt – und das ist ja auf den ersten Blick nicht ersichtlich. Man muss das dichte Netz zeigen, das sich durchs Landleben zieht.“ Den großen Einsatz für die Idee des nachbarschaftlichen Wohnens sehen die Bogies als „eine Nische, die wir besetzen wollen.“

Die drei Wohnungen sind 58, 63 und 100 Quadratmeter groß: Der gelernte Architekt Thomas Bogie baut sie selbst aus

Und das mit vielen Ideen. So soll in einem noch leer stehenden alten und direkt an der Straße gelegenen Fachwerkhäuschen ein Lädchen oder ein Bistro entstehen, das der Betreiber nebenberuflich führen könnte. Das Programm Dorferneuerung unterstützt das Projekt, das den Ortsteil deutlich beleben könnte. Thomas und Desirée Bogie sind Ideen und Anregungen willkommen.

Die drei Wohnungen (sie sind 58, 63 und 100 Quadratmeter groß) – baut der gelernte Architekt Thomas Bogie selbst aus. Natürlich nach neuesten Standards – das ist für den ehemaligen Gebäudeenergieberater selbstverständlich. Ohne sein Know-how und sein handwerkliches Talent wäre all das, was da in Neuenhain entsteht, wohl auch gar nicht möglich.

Bogies sind damit Motoren und Motivatoren für eine andere Form des Wohnens. Nicht aber etwa aus Angst vorm Älterwerden, sondern aus dem Wunsch heraus, ein gutes, freundschaftliches Miteinander zu erreichen. Und wo kann man Freundlichkeit und Rücksichtnahme besser üben als auf dem eigenen Grundstück?

Wer sich fürs Projekt des nachbarschaftlichen Miteinanders interessiert, kann sich mit Thomas Bogie unter Tel. 0177/39 87 449 in Verbindung setzen. (Claudia Brandau)

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