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Landwirte schützen Rebhühner – Projekt-Teilnehmer erhalten Hofschild als Anerkennung für ihren Einsatz

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Von: Peter Zerhau

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Auf dem Foto sind mehrere Landwirte und der Regierungspräsident zu sehen.
Hofschilder für die Projektteilnehmer: Am Blühfeld von Lydia Körber (rechts) überreichte Regierungspräsident Mark Weinmeister (Mitte) die Schilder an einige der teilnehmenden Landwirte. © Peter Zerhau

Das Feldflurprojekt Rebhühner bei Bad Zwesten schreibt seit 2018 Erfolgsgeschichte. Es ist eines von neun offiziellen Feldflur-Projekten in Hessen.

Neuental/Bad Zwesten – Im Schwalm-Eder-Kreis vermehren sich die Rebhühner, weil 40 Landwirte sich für ein bundesweit beachtetes Rebhuhn-Schutzprojekt aktiv einsetzen. Das Feldflur-Projekt bei Bad Zwesten schreibt seit 2018 Erfolgsgeschichte.

Rebhühner sind selten geworden, in Deutschland und auch in der Region. In der offenen Kulturlandschaft fehlen den am Boden lebenden Vögeln Rückzugsräume und Fressfeinde wie Fuchs und Waschbär aber auch Greifvögel gefährden ihre Population.

Landwirtin aus Neuental hatte 2021 fünf Kilo Saat auf einer Fläche von einem halben Hektar ausgebracht

Kassels Regierungspräsident Mark Weinmeister konnte sich an einer Blühfläche von Landwirtin Lydia Körber aus Zimmersrode persönlich von dem Erfolg des Projekts überzeugen. Hier hatte die Landwirtin 2021 fünf Kilo Saat auf einer Fläche von einem halben Hektar ausgebracht, die zurzeit von blühenden Malven dominiert wird. „Die Pflanzen auf den Blühflächen sollen lückig stehen, damit die Rebhühner Flächen zur Verfügung haben, wo sie sich bei Nässe auch das Gefieder trocknen können“, sagte Andrea Imhäuser vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) beim Ortstermin.

Weinmeister übergab Hofschilder an die am Projekt zum Schutz und zur Förderung von Rebhühnern und weiteren Feldvögeln teilnehmenden Landwirte, um zu zeigen, dass praktische Landwirtschaft und gezielte Artenschutz-Maßnahmen gut miteinander kombinierbar sind.

Regierungspräsident Mark Weinmeister beglückwünschte die beteiligten Landwirte und Naturschützer

Aufgrund steigender Corona-Infektionszahlen nahmen am Termin lediglich Landwirte aus dem Kerngebiet des Feldflur-Projektes teil. Alle übrigen am Projekt teilnehmenden Landwirte erhalten die Hofschilder zeitnah.

„Der Erfolg des Feldflurprojekts im Schwalm-Eder-Kreis kann sich sehen lassen. Seit 2017 hat sich die Zahl der Rebhühner im Projektgebiet vervielfacht“, sagte der Regierungspräsident und beglückwünschte die beteiligten Landwirte und Naturschützer zu dieser Erfolgsgeschichte.

„Dass Landwirtschaft und Naturschutz in Projekten wie diesen an einem Strang ziehen, macht Mut. Ackerbau und Artenschutz schließen sich nicht aus, sie sind zwei Seiten einer Medaille“, so Weinmeister.

Nachwuchs: Ein im Feldflurprojekt erfolgreich brütendes Rebhuhn-Paar hat durchschnittlich zehn Jungvögel aufgezogen

„Die 40 teilnehmenden Landwirtinnen und Landwirte sind die wichtigsten Akteure bei solchen Vorhaben, ohne ihre Teilnahme wäre der erfolgreiche Rebhuhn-Schutz nicht möglich und die einst häufige Art der Feldflur würde bald vollständig aus unserer Kulturlandschaft verschwinden“, sagte Imhäuser. Der Rebhuhn-Besatz im Projektgebiet hat sich seit 2017 vervierfacht. Insgesamt etwa 80 Hektar spezieller Rebhuhn-Blühflächen auf landwirtschaftlichen Äckern, verteilt auf den gesamten Schwalm-Eder-Kreis, bieten den Vögeln einen Lebensraum.

Dass das Projekt erfolgreich ist, zeigt auch der Nachwuchs. Ein im Feldflurprojekt erfolgreich brütendes Rebhuhn-Paar habe durchschnittlich zehn Jungvögel aufgezogen, während es im hessenweiten Durchschnitt lediglich sechs Jungvögel sind. Besonders im nasskalten Jahr 2021 habe sich der hohe Wert der mehrjährigen Rebhuhn-Blühflächen deutlich bemerkbar gemacht. (Peter Zerhau)

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