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Maskierte sprengen Geldautomaten: Unbekannte zerstören Container an Tankstelle in Bischhausen

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Von: Lea Beckmann, Cora Zinn

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Einen Geldautomaten an der Raiffeisen-Tankstelle „Am Kronberg“ in Bischhausen haben bislang unbekannte Täter gesprengt. Der Innenraum des Gebäudes wurde dadurch komplett zerstört.

Bischhausen – Schon wieder wurde ein Geldautomat gesprengt: Diesmal hatten es die Täter auf das kleine Geldautomaten-Gebäude in Bischhausen abgesehen. Wie die Polizei mitteilt, wurde der Geldautomat am Donnerstag gegen 1.45 Uhr gesprengt. Der Automat, der in einem Container auf dem Gelände der Raiffeisen-Tankstelle an der Straße Am Kronberg steht, war eine gemeinsame Einrichtung von der Raiffeisenbank Borken Nordhessen und der Kreissparkasse Schwalm-Eder.

Bei den bislang unbekannten Tätern soll es sich vermutlich um vier maskierte Personen handeln. Nach der Tat seien sie in einem grauen Auto, vermutlich einem Audi A 6, in unbekannte Richtung geflüchtet. Die Täter konnten bei der Sprengung Geld erbeuten, eine genaue Summe nennt die Polizei nicht. Die Höhe sei noch unklar, sagt Matthias Mänz, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Kassel. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand. Die Kriminalpolizei Homberg und das Hessische Landeskriminalamt haben die Ermittlungen aufgenommen.

Donnerstagnacht wurde in Bischhausen ein Geldautomat gesprengt. Die Unbekannten konnten Bargeld erbeuten und flüchteten in unbekannte Richtung.
Donnerstagnacht wurde in Bischhausen ein Geldautomat gesprengt. Die Unbekannten konnten Bargeld erbeuten und flüchteten in unbekannte Richtung. © Mark Pudenz

Sprengung eines Geldautomaten in Neuental-Bischhausen: Tür flog rund 60 Meter weit

Die Polizei wurde in der Nacht von einer Zeugin gegen 2.30 Uhr alarmiert. „Eine Lieferantin hat die Schäden um den Container gesehen“, sagt Mänz. Durch die Sprengung ist der Innenraum des Pavillons komplett zerstört worden, das Gebäude an sich habe der Sprengung aber offensichtlich standgehalten. Dennoch: Trümmer verteilten sich um das Gebäude. Eine Nebeneingangstür flog rund 60 Meter weit und landete auf einem Grünstreifen zwischen der Alsfelder Straße und dem Parkplatz des Rewe-Supermarktes.

Der entstandene Sachschaden liege im unteren sechsstelligen Bereich, so die ersten Schätzungen der Polizei. Nach der Alarmierung habe die Polizei sofort eine Fahndung eingeleitet und den Tatort untersucht. „In solchen Fällen ist es besonders wichtig, verwertbare Spuren auf die Täter schnellstmöglich zu sichern“, sagt Mänz. Der Tatort wurde abgesperrt. Vor Ort waren auch 25 Einsatzkräfte der Feuerwehren Zimmersrode, Bischhausen und Schlierbach. Denn erst nach eine Messung der Gaskonzentration durch die Feuerwehr Neuental entspannte sich die Lage, erklärt Neuentals Gemeindebrandinspektor Benjamin Schulte. Am Donnerstagmittag gab die Polizei den Tatort wieder frei.

Diese Nebeneingangstür flog durch die Wucht der Explosion ungefähr 60 Meter weit und landete auf einem Grünstreifen.
Diese Nebeneingangstür flog durch die Wucht der Explosion ungefähr 60 Meter weit und landete auf einem Grünstreifen. © Mark Pudenz

Zeugen, die die Sprengung gehört haben, gebe es bislang nicht. Der Geldpavillon stehe etwas abgelegener. Das sei für die Täter von Vorteil gewesen. Denn: „Die Täter suchen sich natürlich die Standorte, bei denen das Entdeckungsrisiko so gering wie möglich ist“, erklärte Virginie Wegner, Pressesprecherin des Hessischen Landeskriminalamtes. Das sei auch ein Grund dafür, dass die Täter oft nachts aktiv seien.

Bei solchen Sprengungen ist die Polizei auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen

„Es ist einfach schlimm“, sagt Ulrich Siebald. Der Pressesprecher der Kreissparkasse Schwalm-Eder erinnert sich an weitere Bankautomatensprengungen in der Vergangenheit. „Sie häufen sich“, sagt er. „Wir planen, den Geldautomaten wieder aufzubauen.“ Die Raiffeisen Bank Borken Nordhessen war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Bei solchen Sprengungen ist die Polizei auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. „Wenn jemand eine solche Tat beobachtet, sollte er sofort die Polizei informieren, aber bloß nicht in Gefahr geben, also nicht zur Sprengung laufen“, sagt Wegner. (Lea Beckmann und Cora Zinn)

Hinweise an die Kriminalpolizei in Homberg, Tel. 0 56 81/77 40

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