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Neuental nimmt 35 Flüchtlinge am Neuenhainer See auf

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Von: Chantal Müller

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Feuerwehr packt mit an: Um alles für die Ankunft der Ukrainer am Neuenhainer See vorzubereiten, hat die Neuentaler Feuerwehr unter anderem mehrere Zelte vor Carlchens Hütte aufgebaut.  
Feuerwehr packt mit an: Um alles für die Ankunft der Ukrainer am Neuenhainer See vorzubereiten, hat die Neuentaler Feuerwehr unter anderem mehrere Zelte vor Carlchens Hütte aufgebaut.   © Gemeinde Neuental

Die Gemeinde Neuental nimmt 35 ukrainische Flüchtlinge auf. Sie ziehen in Carlchens Hütte am Neuenhainer See ein.

Neuental – Es ist ein riesiger Kraftakt, den die Gemeinde Neuental da gerade bewältigt: Innerhalb von gerade einmal 48 Stunden hat sie nicht nur eine Unterkunft für 35 Frauen und Kinder aus der Ukraine aus dem Boden gestampft, sondern auch noch eine Infrastruktur geschaffen und jede Menge ehrenamtlicher Helfer mobilisiert. Am Donnerstag (17.3.2022) sollen die Flüchtlinge im Schullandheim Carlchens Hütte am Neuenhainer See einziehen.

„Wir haben seit Tagen gesagt, dass wir unser Päckchen tragen“, berichtet Bürgermeister Dr. Philipp Rottwilm. Das Schullandheim sei optimal, um den Ankommenden für einen längeren Zeitraum ein Dach über dem Kopf zu geben. Und das in einer angenehmen Atmosphäre samt Rückzugsmöglichkeiten. Denn in Carlchens Hütte gibt es alles, was es braucht: Betten, Bettwäsche, Küche und Speisesaal gepaart mit einer angenehmen Atmosphäre am Neuenhainer See. Lediglich einige Waschmaschinen und Trockner hätten zusätzlich beschafft werden müssen.

Dafür hat die Gemeinde alle Reservierungen, die es für Carlchens Hütte bereits gab, kurzfristig storniert. An die 40 seien es zum Saisonstart am 1. April bereits gewesen, sagt Rottwilm. „Wir waren sehr gut ausgebucht.“ Doch trotz der kurzfristigen Absage an die Gäste hätten die sehr verständnisvoll reagiert.

Obwohl es Speisesaal und Gemeinschaftsküche gibt, will die Gemeinde die Frauen und Kinder nicht sich selbst überlassen und hat alles voll organisiert. „Wir müssen uns trotzdem kümmern.“ Deshalb sollen in Kooperation mit den Pächtern vom Haus am See täglich drei Mahlzeiten für die Flüchtlinge angeboten werden.

Doch damit das alles klappt, braucht es ehrenamtliche Helfer. Es werden noch dringend Dolmetscher gesucht, die Ukrainisch sprechen und übersetzen können, um etwa bei Anmeldung und Registrierung sowie bei Behördengängen behilflich sein zu können. Außerdem ist die Gemeinde auf Unterstützung im Bürgerbus-Fahrdienst angewiesen: Einkaufen, Arztbesuche, Behördengänge, Kita-Besuch der Kinder müssen ermöglicht werden. Laut Rottwilm haben sich schon zahlreiche Freiwillige gemeldet. Es zähle jedoch jede helfende Hand.

Nach dem Registrierungsprozess am See sei geplant, die Ankommenden auf das Coronavirus zu testen, es werden Ärzte aus Neuental vor Ort sein, später will die Gemeinde Impftermine organisieren, berichtet Rottwilm. „Wir haben einen Bereitschaftsdienst eingerichtet, sodass immer ein Ansprechpartner vor Ort ist.“ Auch mit Sozialarbeitern und Psychologen sei die Gemeinde im Gespräch, um den Menschen professionell helfen zu können.

Für Versorgung und Ausstattung der Ankommenden bittet die Gemeinde um Geldspenden. Ab 20 Euro werde automatisch eine Spendenquittung erstellt. Spender sollen dazu eine E-Mail mit Angabe des Namens und der Adresse an gemeindeverwaltung@neuental.de schicken. Das Spendenkonto ist auf der Internetseite unter neuental.de und dem Menüpunkt „Hilfe für die Ukraine“ angegeben. Dort wird die Gemeinde ab der kommenden Woche auch veröffentlichen, welche Sachspenden benötigt werden. „Aktuell wissen wir noch nicht, was gebraucht wird“, sagt Rottwilm.

Wer helfen will, meldet sich bei der Gemeinde unter Tel. 0 66 93/80 38 621 oder kessler@neuental.de

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