Junge Menschen aufs Land locken

Gegen Ärztemangel in Neuental: Stipendium für angehende Mediziner

Der Zimmersröder See: Trotz dieser atemberaubenden Umgebung hat es auch die Gemeinde Neuental schwer, Ärzte zu locken. Ein Stipendium soll helfen.
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Der Zimmersröder See: Trotz dieser atemberaubenden Umgebung hat es auch die Gemeinde Neuental schwer, Ärzte zu locken. Ein Stipendium soll helfen.

Neuental lobt zum Wintersemester 2021/22 ein Stipendium für angehende Ärzte aus. Ziel der Gemeinde sei es, junge Ärzte zu motivieren, nach Neuental zu kommen.

Neuental – Ein Jahr lang werden Studenten der Humanmedizin von der Kommune finanziell unterstützt. Sie verpflichten sich, nach ihrem Studium mindestens fünf Jahre lang in Neuental zu praktizieren. Hintergrund ist der Ärztemangel auf dem Land. Nach Kenntnis des Landkreises ist Neuental die einzige Kommune im Schwalm-Eder-Kreis, die ein solches Angebot macht.

„Eigentlich haben wir in Neuental mit zwei niedergelassenen Hausärzten eine solide Situation“, sagt Bürgermeister Dr. Philipp Rottwilm. Doch das Programm sei für die Zukunft angelegt. „Wir wollen rechzeitig die ärztliche Versorgung sichern.“ Das Stipendium richtet sich an Studierende der Humanmedizin, die ihre ersten beiden Semester abgelegt haben. Ziel der Gemeinde sei es, junge Ärzte zu motivieren, nach Neuental zu kommen. In ihrer Mai-Sitzung hatten die Parlamentarier grünes Licht für das Projekt gegeben (HNA berichtete).

Stipendium für angehende Ärzte: Bewerbungsphase beginnt

Nun sind nach Aussage von Rottwilm alle Formalitäten geklärt, die Bewerbungsphase beginnt. Die Gemeinde unterstützt die Studenten mit monatlich 875 Euro, angelehnt an das Stipendium des Landkreises. Damit liegt der Betrag knapp über dem Bafög-Höchstsatz von zurzeit 861 Euro. „Die Förderrichtlinie sieht vor, dass bis zu zwei Studierende parallel gefördert werden können“, sagt Rottwilm. Entsprechende Haushaltsmittel seien im Etat vorgesehen.

Im Gegenzug verpflichten sich die Stipendiaten, binnen zwei Jahren nach Abschluss der Weiterbildung in einer medizinischen Fachdisziplin an der ärztlichen Versorgung in Neuental teilzunehmen. „Studierende können von beiden Stipendien, dem der Kommune und der des Landkreises, profitieren und alle späteren Verpflichtungen, damit erfüllen“, so Rottwilm.

Das Stipendienprogramm ist eines mehrerer Bausteine der Gemeinde, die Daseinsvorsorge zu sichern. So vergibt die Kommune einen Zuschuss in Höhe von 25 000 Euro für Ärzte, die sich in Neuental mit einer Praxis neu ansiedeln. (Kerstin Diehl)

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