Schaden pro Fahrseite bei 300.000 Euro

Schäden an Brücke: A49 bei Neuental erst im Oktober frei

Die Bischhäuser Brücke in Richtung Süden: Bislang mündete die A  49 dort in der Landesstraße, jetzt sind dort die Auf- und Abfahrten asphaltiert.
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Die Bischhäuser Brücke in Richtung Süden: Bislang mündete die A  49 dort in der Landesstraße, jetzt sind dort die Auf- und Abfahrten asphaltiert.

Die Autobahn 49 soll 2024 für den Verkehr freigegeben werden. Der Lückenschluss zwischen Bischhausen und Schwalmstadt ist für Sommer 2022 geplant. An diesem Datum hält die Autobahn GmbH fest.

Die Anschlussstelle der Autobahn 49 bei Neuental-Bischhausen wird im Oktober in beiden Fahrtrichtungen für den Verkehr freigegeben. Geplant war die Freigabe eigentlich für Juli. Der Grund für die Verzögerungen sind Schäden an der Übergangskonstruktion der Bischhäuser Brücke. Diese ist nach Angaben der Autobahn GmbH bereits 1993 gebaut worden.

Der Schaden an der Brücke pro Fahrseite beläuft sich auf etwa 300.000 Euro. Auf den gesamten Zeit- und Kostenplan der Baustelle A 49 habe das aber keine Auswirkungen, sagt Bernhard Klöpfel, Leiter der Außenstelle Kassel der Autobahn GmbH. Im Sommer 2022 soll der Verkehr auf der A 49 bereits zwischen Neuental und Schwalmstadt rollen. 2024 ist die A 49 fertig. Um die Schäden an der 28 Jahre alten Brücke bei Bischhausen habe man gewusst, gibt Klöpfel zu. Schließlich rolle der Verkehr dort bereits seit vielen Jahren. Die durchschnittliche Lebensdauer einer solchen Konstruktion betrage etwa 20 bis 30 Jahre. Reparaturen wären ohnehin nötig gewesen.

„Das Ausmaß des Schadens wurde letztlich aber erst bei genaueren Untersuchungen deutlich“, sagt Klöpfel. Um die Übergangskonstruktion auszutauschen, müsse anschließend auch neuer Asphalt gegossen werden. Aber nicht nur das: „Wegen der Corona-Pandemie müssen wir auch länger auf das Material warten.“

Aber es gibt auch gute Nachrichten: So sei man mit den Bauarbeiten für den Mittelabschnitt der A 49 bereits fertig. Dieser zwei Kilometer lange Abschnitt beginnt vor Schlierbach und endet kurz vor dem Überführungsbauwerk der Landesstraße bei Waltersbrück. „Lediglich die Schutzplanken, Markierungen und Beschilderungen fehlen noch“, sagt Klöpfel. An der Anschlussstelle bei Bischhausen würden die Bauarbeiten gut vorangehen. Auf einer Länge von einem Kilometer muss die Fahrbahn noch asphaltiert werden. Die Auf- und Ausfahrten sind bereits fertig. Da sich die Anschlussstelle über dem Wasserschutzgebiet der Schwalm befindet, müssen noch zusätzliche Bordsteine gebaut werden.

Schäden an A49-Brücke: Keine Verzögerungen im Zeitplan

Die Schäden an der Bischhäuser Brücke werfen die Bauarbeiter an der zukünftigen Anschlussstelle ein wenig im Zeitplan zurück. Dennoch beeinflusse das weder den Zeitplan für den Bau der zwölf Kilometer langen Autobahntrasse zwischen Treysa und Neuental, noch das Budget von 250 Millionen Euro, erklärt Bernhard Klöpfel, Außenstellenleiter der Autobahn GmbH in Kassel.

Seit dem vergangenen halben Jahr, als die HNA zuletzt vor Ort gewesen ist, ist vieles passiert auf der Baustelle. So ist mittlerweile der Mittelabschnitt der Autobahntrasse bis auf Beschilderung, Markierungen und Schutzplanken vollendet. Dass die Arbeiten an dieser Strecke zuerst fertig sind, habe strategische und logistische Gründe, so Klöpfel. Insbesondere um den umliegenden Straßenverkehr nicht zusätzlich zu beeinträchtigen.

Weitere strategische Herausforderung müsse die Autobahn GmbH aktuell auch von der Außenstelle in Kassel aus meistern, erklärt Klöpfel. „Das Ziel muss eine intelligente Autobahn sein“, sagt er. „Gerade in einer Zeit, in der darüber diskutiert wird, ob die Welt in Anbetracht der Klimakrise noch eine weitere Autobahn benötigt, müssen wir sehen, dass diese Autobahn unsere Infrastruktur stärkt“, so Klöpfel. Nicht zuletzt hingen auch Arbeitsplätze an dem Weiterbau, betont er und weist auf die entstehenden Gewerbegebiete bei Bischhausen und Schwalmstadt hin. Dass sich damit auch Logistiker in der Region ansiedeln und dementsprechend auch mehr Lastwagen die A 49 befahren, müsse gut kalkuliert werden.

A 49: Bis zu 38.000 Fahrzeuge pro Tag

Die Verkehrsprognose rechnet bis zum Jahr 2025 mit bis zu 38.000 Fahrzeugen am Tag. „Die vier Fahrbahnen reichen für den zu erwarteten Verkehr aus“, sagt Klöpfel. Eine extrem hohe Staugefahr auf den vier Fahrbahnspuren halte er demnach für unwahrscheinlich. „Um das zu vermeiden, betrachten wir aktuell die gesamte Verkehrssituation der A  7, A  44, A  5 – wir wollen eine kluge Verkehrsstruktur gewährleisten“, sagt Klöpfel.

Damit gemeint ist unter anderem auch die neuste Technik, wie sie beispielsweise im Tunnel der A 49 bei Frankenhain verbaut ist oder aber, dass entlang der Autobahntrasse ausreichend Lichtwellenleiterkabel verbaut wird. Nicht zuletzt nennt Klöpfel das neue System „C-ITS“ (Kooperative intelligente Verkehrssysteme), das die Autobahn GmbH jüngst vorgestellt hat. Mit diesem setze man auf die Vernetzung aller Verkehrsteilnehmer. Das Ziel sei eine erhöhte Sicherheit im Verkehr auf den Autobahnen.

Das System ermöglicht es nach Angaben der Autobahn GmbH, dass Verkehrszentralen umfassende und präzise Informationen zur Verkehrslage direkt aus den Fahrzeugen erhalten.

Damit könne die Steuerung des Verkehrsablaufs auf den Autobahnen noch effizienter und schneller erfolgen und letztlich für eine bessere Auslastung des Autobahnnetzes mit weniger Staus und sinkenden CO2-Emissionen sorgen. (Linett Hanert)

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