Dorferneuerung in Neuental

Alte Schule in Neuental ist bald Vergangenheit: Turmfalke verzögerte den Rückbau

So soll der Platz nach dem Rückbau der Alten Schule in Zimmersrode aussehen: Mit dem Abriss sollte schon früher begonnen werden, doch Turmfalke und Fledermaus erschwerten das Vorhaben.
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So soll der Platz nach dem Rückbau der Alten Schule in Zimmersrode aussehen: Mit dem Abriss sollte schon früher begonnen werden, doch Turmfalke und Fledermaus erschwerten das Vorhaben.

Die Alte Schule in Zimmersrode kann endlich zurückgebaut werden. Darüber berichtete Neuentals Bürgermeister Dr. Philipp Rottwilm während der jüngsten Gemeindevertretersitzung am Montag. Entstehen soll dort ein netter Dorfplatz, der zum Verweilen einlädt.

Mit dem Abriss des Gebäudes sollte bereits früher begonnen werden, doch die Untere Naturschutzbehörde machte der Gemeinde zunächst einen Strich durch die Rechnung.

„Das Vorhaben sollte bereits vor einigen Monaten starten“, so Rottwilm. Doch es gab den Verdacht, dass sich in der Alten Schule Turmfalken eingenistet haben könnten. Deshalb musste die Gemeinde zunächst ein Gutachten erstellen lassen, das diesen Verdacht widerlegte. Das kostete Zeit und verzögerte das Vorhaben. „Das Gutachten hat nun ergeben, dass sich der Turmfalke dort aktuell nicht aufhält. Es gab aber Rückstände von ihm, die beweisen, dass er sich dort mal eingenistet hatte, genau wie Fledermäuse“, so Rottwilm weiter.

Die Alte Schule muss deshalb jetzt bis Ende März zurückgebaut werden. Der Hintergrund ist die Nistzeit der Turmfalken. Denn die Jahresbrut der Falken dauert in der Regel von April bis Juli. „Bevor sich die Tiere wieder in der Alten Schule einnisten, muss das Gebäude zurückgebaut werden. Zum Ausgleich muss die Gemeinde zwölf bis 14 Nistkästen in direkter Umgebung anbringen, damit den Tieren kein lebensnotwendiger Raum weggenommen wird.

Die Gemeinde ist gerade damit befasst, das Bauvorhaben auszuschreiben. „Der Plan ist, noch im Winter zurückzubauen, damit im direkten Anschluss die Platzgestaltung vorangehen kann“, sagt Rottwilm.

Mit dem Abriss der Schule ginge es nicht nur darum, einen Schandfleck zu beseitigen, sondern den Ortskern Zimmersrode zu stärken, so Rottwilm. Eine Sanierung kam nicht in Frage, da diese aufgrund des schlechten Zustandes deutlich teurer wäre als ein Abriss.

Zunächst wird der obere Teil des Fachwerkhauses abgetragen. Die unteren Backsteine sollen dann für die Gestaltung der neuen Fläche genutzt werden. Die Sandsteinsockel bilden dann eine Umrandung. Außerdem soll der Platz reichlich begrünt werden: Sträucher und Bäume werden im Anschluss gepflanzt. „So kann die Fläche gerne genutzt werden von Besuchern der Kirche, beispielsweise nach Hochzeiten oder Konfirmationen“, so Rottwilm. Außerdem soll noch eine große Tafel mit der Dorfhistorie und Sitzgelegenheiten aufgestellt werden.

Die Kosten werden auf 98 000 Euro geschätzt. Im Zuge der Dorferneuerung gibt es einen Zuschuss in Höhe von 62 000 Euro.

Eine weitere Überlegung sei es außerdem, den Bereich mit Pollern vom Verkehr abzugrenzen. „Das ist aber momentan noch eine Überlegung, die wir prüfen müssen“, sagt Rottwilm. Das würde die Erneuerung und Stärkung des Ortskerns nochmals unterstreichen. „Mit dem neuen Platz an der ehemaligen Schule, über den Dorfpark zum sanierten Rathaus wird Zimmersrode aufgewertet“, sagt Rottwilm. Man freue sich nun, dass es endlich losgehen könne.

Von Linett Hanert

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