Verluste durch langen Lockdown

Ansturm auf Campingplätze im Schwalm-Eder-Kreis

Genießen ihren Kurzurlaub beim Camping am Neuenhainer See: (von links) Suvena Schwarz, Mario und Joline Pfanzler aus Lahntal-Sterzhausen.
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Genießen ihren Kurzurlaub beim Camping am Neuenhainer See: (von links) Suvena Schwarz, Mario und Joline Pfanzler aus Lahntal-Sterzhausen.

Ohne Reservierungen geht auf den Campingplätzen im Landkreis fast nichts mehr: Die Nachfrage ist groß. Wir haben uns auf Campingplätzen in Neuental, Fritzlar und Frielendorf umgesehen.

Schwalm-Eder – Ohne Reservierungen geht auf den Campingplätzen im Landkreis fast nichts mehr: „Die Auslastung ist sehr gut“, sagt Dr. Philipp Rottilm, Bürgermeister der Gemeinde Neuental, die den Campingplatz am Neuenhainer See betreibt. Hinter ihnen liege eine „lange Durststrecke“, nur die Dauercamper durften während des Lockdowns auf den Platz. Umso größer sei nun die Nachfrage.

Wegen Überbuchung musste coronabedingt schon Campern abgesagt werden. „Wir hätten 100 Prozent belegen können.“

Die Campingplätze im Kreis sind dank der sinkenden Inzidenz seit Anfang Juni wieder für Touristen geöffnet – zwei Monate später als in den Jahren vor Corona. „Die Pandemie hat wirtschaftlichen Schaden für die Campingplatzbetreiber verursacht“, sagt Reinhold Becker.

Der Remsfelder ist Geschäftsführer des hessischen Landesverbandes der Campingplatzunternehmer. Der verzögerte Saisonauftakt trifft die Branche bereits im zweiten Jahr in Folge. Noch gebe es aber keine Betreiber, die wegen der wirtschaftlichen Ausfälle durch Corona ihre Campingplätze schließen mussten. „Sollte allerdings noch ein Lockdown kommen, wäre dies eine Katastrophe.“

Campingplätze im Landkreis sind sehr gefragt

Harald Kurz, Betreiber des Wohnmobilstellplatzes Ederaue in Fritzlar, sagt, die Verluste seien trotz des jetzigen Ansturms nicht mehr aufzuholen: „Die Leute standen mit ihren Wohnmobilen schon vor der Einfahrt, bevor wir öffnen durften“ – sogar das Ordnungsamt habe einschreiten müssen.

Neben finanziellen Einbußen beklagen die Betreiber auch mangelndes Personal als Lockdown-Folge. „Wir finden keine Leute mehr“, sagt Thomas Folli, der mit seiner Frau Gitti den Campingplatz und das Schimmbadcafe´ Beiseförth betreibt. „Die ehemaligen Mitarbeiter haben sich mittlerweile alle etwas anderes gesucht“, sagt Folli.

Alle Hände voll zu tun hat auch wieder Kati Fenchel vom Campinplatz am Frielendorfer Freibad, wo sie auch den Kiosk betreibt. Während des Lockdwons hätten sich auch die Dauercamper rar gemacht. „Ich habe drei Kreuze gemacht, dass es mit den Gästen endlich wieder losgeht.“ (Kerstin Diehl)

Das gilt auf den Plätzen im Landkreis

Die Campingplätze in Hessen dürfen wieder öffnen, seitdem die Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unter 100 liegt (Stufe 1 Landesregelung). Im Schwalm-Eder-Kreis dürfen derzeit (Stufe 2) 75 Prozent der Plätze auf einem Campingplatz ausgelastet sein. Besucher müssen bei Anreise einen aktuellen negativen Corona-Test oder einen Nachweis über eine vollständige Impfung oder Genesung vorlegen und sich in der Regel zwei Mal pro Woche testen lassen (Corona-Schnelltest). 

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